Seit Wochen war mir kotzübel. Zum Frühstück wählte ich Haferschleim, ich ging mittags nicht mehr essen und trank keinen Alkohol mehr. Und zwischendurch immer wieder Kamillentee. Aber es wurde nicht besser.
Als ich dann während eines Meetings geschlagene 2 Stunden das Gefühl hatte jeden Moment über den runden Tisch vomitieren zu müssen, und die anwesenden Kollegen langsam aus meinem immer kleiner werdenden Sichtfeld verschwanden, wählte ich den Weg zum Arzt.
Ultraschall unauffällig, Medikamente brachten keine Besserung. Dann kam der Arzt mit der besten aller Ideen um die Ecke, einer Idee, die jedem Patienten die Freudentränen in die Augen treibt, nämlich eine Überweisung zu einer Magen- und Darmspiegelung, auch Gastroskopie und Koloskopie genannt. Hurra, ich hatte wohl das große Los gezogen.
Mit blendender Laune hüpfte ich nach Hause, ich konnte es kaum abwarten einen möglichst raschen Termin für diese Königin unter den Untersuchungen zu vereinbaren.
Für eine solche Qual muss man in der Stätte des Grauens zunächst einen Besprechungstermin wahrnehmen. Eigentlich wird dort gar nichts besprochen, der einzige Zweck dieses Besuches war das Aushändigen einer Packung Abführmittel, das auf den putzigen Namen „Moviprep“ hörte. Endlich zum Film.
Für die Einnahme dieses Abführmittels gibt es wichtige Regeln, die man sich in Form eines vom Arzt ausgehändigten DIN A4 Zettels an das schwarze Brett hängen kann. Am Vortag der Untersuchung gegen Mittag eine letzte leichte Mahlzeit, um 17 Uhr den ersten Liter Abführmittel, danach noch 2 Liter Wasser trinken. Nachts um 4 Uhr den zweiten Liter Moviprep, danach innerhalb einer Stunde noch einen Liter Wasser trinken. Das ist ja einfach. Dachte ich.
Als ich mir um kurz vor 17 Uhr den ersten Liter Moviprep anrührte, ahnte ich schon, dass hier kein kulinarischer Hochgenuss auf mich zukommen würde. Das erste Glas trank ich auf Ex, den Abgang empfand ich als widerlich, ich musste leicht würgen. Moviprep meldete an meine Geschmacksnerven eine Mischung aus Salzwasser, Süßstoff und Zitronenaroma, die Konsistenz erinnerte mich an Spülwasser.
Aber gut, nicht lang schnacken, Kopp in´ Nacken, ich wollte es schnell hinter mich bringen und kippte die restlichen 3 Gläser unter zwischenzeitlichem Ekelwürgen mit zugehaltener Nase auf Ex hinterher. Das wäre geschafft. Die beiden Liter Wasser danach waren dagegen eine wahre Wohltat. Wasser, lecker. Nach diesen drei Litern Flüssigkeit innerhalb sehr kurzer Zeit, fühlte ich mich wie im 9. Monat schwanger, mein Bauch war eine Kugel. Und dann wartete ich auf die Entbindung.
Irgendwann setze erhöhte Temperatur ein und leichter Schüttelfrost gesellte sich dazu. Vielleicht war dies die letzte Hoffnung meines Körpers, diese unerwünschte Untersuchung doch noch zu vermeiden, indem er eine Krankheit vortäuschte. Aber ich lies mich nicht verarschen.
Apropos verarschen, nach ca. 20 Minuten hatte ich keine Zeit mehr in meinen Körper hinein zu horchen, es war WC Time. Die nächsten 3 Stunden verbrachte ich gemütlich auf der Toilette, wo ich die erste Hälfte meines neuen Buches lesen konnte. Ich empfehle neben einem guten Buch zusätzlich feuchtes Toilettenpapier und Penatencreme. Fragt nicht.
Gegen 22 Uhr war der Spuck vorbei, ich legte mich leicht geschwächt ins Bett, weil um halb vier schon wieder der Wecker für die nächste Runde Moviprep klingeln würde.
Mitten in der Nacht kippte ich also wieder gläserweise Moviprep auf Ex und trank bis um 5 Uhr den weiteren geforderten Liter Wasser, danach durfte ich nichts mehr trinken. Während der zweiten Toilettenrunde schaffte ich dann fast den zweiten Teil meines Buches.
Ich hatte es zwar immer mal wieder versucht, aber es lohnte sich für mich nicht wirklich, mich von der Toilette zu erheben, um mich im Wohnzimmer häuslich einzurichten. Während des Moviprep Films war ich eher froh, rechtzeitig auf dem heimischen Thron Platz nehmen zu können.
Um 9 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zu der Stätte, in der sie mit Sicherheit Tarantinos Hostel gedreht hatten. Ehrlich gesagt hätte ich allerdings keine Minute früher das Haus verlassen können, es sei denn mit Windeln für Erwachsene.
Nach gefühlten 2 nervösen Stunden im Wartezimmer, lag ich dann irgendwann für die erste Untersuchung, es war die Magenspiegelung, auf dem Behandlungstisch, um den sich mehrere fürchterliche Foltergeräte gruppierten. Die Schwester stach mir eine Braunüle in die Vene, damit man mir darüber das begehrte Schlafmittel Propofol verabreichen konnte.
Hierzu muss ich sagen, dass ich in der Vergangenheit schon drei Magenspiegelungen gemacht hatte, zwei davon ohne Betäubung. Bei der ersten lief das noch ganz okay, der Gartenschlauch wurde durch den Beißring im Mund in den Magen geschoben, ruhig durch die Nase atmen, versuchen nicht zu würgen, nach 3 bis 4 Minuten war es auch schon wieder vorbei. Nach der ersten guten Erfahrung ohne Betäubung, versuchte ich das beim nächsten mal wieder. Und das war dann eine regelrechte Würgeschlacht mit einem Arzt, der mich permanent anschrie, dass ich doch gefälligst nicht so stark würgen solle. Ich hatte große Lust nach der Behandlung selber mal mit ihm als Patient Gastroentereologe zu spielen. Dann aber bitte nicht so zimperlich, Herr Doktor.
Wegen dieser letzten negativen Erfahrung wollte ich dieses Mal lieber eine Betäubung für die Magenspiegelung, außerdem kam danach ja noch die Darmspiegelung an die Reihe, und für diese Untersuchung wurde ich erst gar nicht nach einer Betäubung gefragt. Eine Betäubung hätte ich also sowieso bekommen, dann lieber gleich zwei.
Ich lag also mit der Braunüle in der Vene im Folterraum und wartete auf den Arzt. Dabei hatte ich Gelegenheit mich kurz mit der netten Schwester zu unterhalten. Um einen kleinen Smalltalk zu starten, fragte ich sie, welches Betäubungsmittel denn verwendet werden würde. “Propofol“, sagte sie.
Propofol, Propofol, das kannte ich doch aus der Presse. Bingo, nach kurzer Überlegung fiel es mir ein, Codewort Michael Jackson.
“Das war doch das Schlafmittel, das Michael Jackson vor seinem Tod bekommen hat, oder?”, fragte ich die Schwester. “Ja richtig, es war zu lesen, dass man vermutet, dass Michael Jackson daran gestorben wäre”, meinte sie. Aha.
Dies ist so die Art von Information, auf die man in gewissen Situationen gerne verzichtet, aber sei es drum. Die Schwester merkte wohl sofort, dass ihre Anmerkung eventuell etwas unpassend war, und schob schnell nach, dass dies hier ja nicht passieren könne.
Bei Propofol könne es passieren, dass die Atmung aussetzten würde, aber dafür gäbe es ja hier Beatmungsgeräte. Bei Michael Jackson wäre das anders gewesen, anscheinend hätte sein Arzt ihn wohl nicht dauerhaft überwacht weil er vielleicht mal auf Toilette gegangen wäre, oder so.
Sie müsse aber gerade nicht aufs Klo und würde mich dauerhaft überwachen. Ich war beruhigt. Viel Zeit darüber nachzudenken hatte ich sowieso nicht, denn unser kleines Gespräch unterbrach der Onkel Doktor mit einer Spritze Propofol in der Hand. Wenn man Propofol so vor sich sieht, weiß man, warum dieses Zeug laut Presseberichten von Michael Jackson als seine Milch bezeichnet wurde. Eben deshalb, weil es weiß wie Milch ist.
Ohne Ansprache setzte der Arzt die Spritze mit Propofol an die in meiner Vene befindliche Braunüle und drückte ab. Zwincker, zwincker, 404 Site not found, 2 Sekunden später war ich im Reich der Träume.
Trotzdem merkte ich im Propofolrausch unterbewusst, dass ich ständig würgen musste, was sich irgendwie komisch anfühlte. Unmittelbar danach war ich auch schon wieder wach und fühlte mich wie der erste Eintrag einer frisch aufgesetzten Website, Hallo Welt.
Wach, schlafen, wach, Propofol ist ziemlich cool und scheint auf Knopfdruck zu funktionieren, faszinierend.
Der erste Teil der Untersuchung war also geschafft. Nun führte man mich in den Nachbarraum, es ging um die Darmspiegelung. Schuhe aus, Hose aus, Unterhose aus, hinlegen, den Zugang für das Propofol hatte ich ja noch in der Vene.
Ich sagte der neuen Darmschwester, dass ich bei der Magenspiegelung schon irgendwie gemerkt hätte, wie ich ständig würgen musste, worauf sie noch einmal 20 ml mehr Propofol in die Spritze aufzog. Das gleiche Spiel, Onkel Doktor setze die Spritze an, Zwincker, zwincker, Fail Whale, weg war ich. Diesmal so richtig, ich habe von dieser Prozedur nicht das Geringste gemerkt, besonders hierbei war mir das sehr wichtig.
Geträumt habe ich unter Propofol im Übrigen gar nichts, und ich habe auch keine Erinnerungen an sexuelle Fantasien. Solche sollen ja gelegentlich als unerwünschte Nebenwirkung auftreten. Ich hoffe sehr, dass dies bei mir nicht der Fall war, nicht während einer Darmspiegelung.
Ich weiß noch nicht mal mehr, wer mich wieder angezogen hat, ich weiß nur, dass mich eine Schwester zu einer Liege führte, auf der ich ein wenig dösen durfte.
Richtig schlafen konnte ich aber nicht, also zog ich mir die Schuhe wieder an und setze mich noch etwas wackelig ins Wartezimmer. Irgendwann bat mich der Onkel Doktor dann zur Besprechung, an die ich mich leider nur noch in Bruchstücken erinnern kann. 2 Runden Propofol hinterlassen eben ihre Wirkung.
Da man nach einer solchen Untersuchung selbstverständlich kein Auto fahren darf, und mir plötzlich wieder einfiel, dass ich ja gar kein Auto besitze, trat ich meinen Heimweg zu Fuß an, froh und stolz, diese Untersuchung hinter mich gebracht zu haben.
Das schlimmste an solchen Untersuchungen ist meist das tagelange Kopfkino, das vor einem solchen Termin dauerhaft ausverkauft ist. Nur eben ohne Popcorn.
Welche von beiden Untersuchungen angenehmer im Sinne von weniger schlimm ist, kann ich gar nicht sagen. Von der Darmspiegelung habe ich ü-b-e-r-h-a-u-p-t gar nichts mitbekommen, dafür hat man aber dieses wirklich mehr als lästige Abführmittel Handicap.
Von der Magenspiegelung habe ich unterbewusst das Würgen aufgrund des Schlauches im Rachen mitbekommen, was sicherlich an einer zu niedrigen Propofol Dosierung lag, aber dafür muss man kein Abführmittel trinken und nicht in die Toilette einziehen.
Aussuchen kann man es sich sowieso nicht. Wenn ich es müsste, würde ich beide Untersuchungen wieder machen, das ganze ist im Nachhinein weniger aufregend als anfangs gedacht. Nur Mut, der Schlauch ist dein Freund.

schicke geschichte, aber die frage ist nun: alles in ordnung mit dem magen und dem darm?
@jens [catenaccio]: danke der Nachfrage. Alles in Ordnung zwar nicht, aber sicherlich etwas, das man behandeln kann.
Alter Schwede, eine wahre Horrorgeschichte. Magenspiegelung soll allerdings Horror hoch drei sein.
@Peter: Es geht. Bei einem guten Arzt, der nicht dazu übergegangen ist, den jeweiligen Patienten als ein Stück Krankenkassen Chipkarte zu sehen, kann man eine Magenspiegelung recht locker auch ohne Betäubung machen. Das hat bei mir einmal erstaunlich gut funktioniert. Beim zweiten Mal leider nicht mehr. Im Zweifel also lieber schlafend.
Geniale Story, gut geschrieben.
Auf Preise steht du nicht so, hätte aber einen verdient, aber ich hab sehr herzlich gelacht.
Danke.
P.S..: Ich bin für Propopholperfusor auf Langzeitflügen! Da kann man herrlich schlafen, und den Sitznachbarn wecken und bitten dir Spritze zu wechseln… Danke, Sauerstoff kommt von Oben!…
Schön geschrieben, werde ich gelegentlich verlinken :-)…
Hier meine Horrorgeschichte:
http://blog.smccv.ch/crohn/col.....troffenen/
Ich muss aber sagen, dass das eine Ausnahme war. Aber heute mit Propofol ist ja eine Darm- oder Magenspiegelung kein Problem mehr. Ausser eben die “Vorbereitung”…
Pingback: Darmspiegelung, (k)eine schlechte Erfahrung? Hoffnungen, Erwartungen und Erfahrungen aus der Sicht eines Crohn- oder Colitis-Betroffenen. L’endoscopie, une mauvaise expérience? La colonscopia, un’esperienza (s)gradevole? | Morbus Crohn - Colitis ulce
Hallo,echt klasse geschrieben oben *g*
Ich habe heute auch meine erste Magenspiegelung hinter mir. Ich klage seit c.a. 4 Wochen über starke Oberbauchschmerzen einhergehen mit starken Krämpfen,kalte Schweißausbrüche und teilweise Atemprobleme durch die starken Krämpfe. Es sollte um 11.45 Uhr losgehen.Bin dann auch aufgerufen worden,kurzes Gespräch mit dem Arzt und ab ins Behandlungzimmer… Ich habe mit Sedierung gewählt da ich mir per’tu nicht vorstellen kann so einen Schlauch bei vollem Bewusstsein zu schlucken :-/ Während der Vorbereitung (bekam diesen ekeligen Trunk) und gleich hinterher das Betäubungsspray in den Rachen gesprüht. Dabei entdeckte die Assistentin dann auch mein Zungenpiercing und sagte das muss leider raus.Was sie nicht wusste ist,das ich den morgen schon über eine Stunde vor meinem heimischen Badezimmerspiegel versucht hatte dieses (sorry) ‘Scheißding rauszubekommen.War nix zu machen! Also dacht ich das es bestimmt auch so gehen würde. Als ob das nicht alles aufregend genug wäre sagte sie dann wenn es drin bleibt dann nur ohne Sedierung. Ohh mein Gott dachte ich,niemals! Was nun?! Also versuchte ich es auf Krampf rauszubekommen.In der Zwischenzeit hatten sie einen anderen Patienten vorgezogen. Ich hab es dann Gottseidank doch noch rausbekommen,weshalb ich mir dann auch noch ein Stück Zahn rausgebrochen hatte. Ok,dann los ins andere Bahandlungszimmer!Hingelegt,gleich nen’Venenzugang verpasst bekommen und der Arzt kam und kam nicht. Ich hatte zwischendurch noch erwähnt das meine Betäubung im Rachen schon ziehmlich nachgelassen hatte und sie sagte kein Problem wenn der Arzt gleich kommt dann wird noch mal betäubt. Von wegen…. Tür ging auf,Arzt kam rein,dann bekam ich auch schon den Beißring und 50mg Propofol geschpritzt. Es ging alles so schnell,innerhalb von Sekunden wurde mir ganz schummrig und ich habe gehofft einzuschlafen,aber das tat ich nicht! Ich hörte den Arzt noch sagen,keine Angst Frau Schr… wir fangen erst an wenn sie schlafen,ha ha ha. Und dann hab ich auch schon den Schlauch geschluckt.Ich war unendlich am würgen würgen und nochmal würgen was ich im nachinein dem nicht mehr erhaltenen Betäubungsmittel zuschreibe! Wissen tu ich es natürlich nicht genau… :-/ Die Schwester sagte immer nur zu mir Atmen sie ganz ruhig! Ruhig Atmen! Ich weiß garnicht ob ich überhaupt geatmet habe da ich ja nur am würgen war hehe.Ich habe die ganze Zeit einen unheimlichen Druck im Hals und im Magen verspürt,es hat aber NICHT wehgetan. Nichts von dem hat wehgetan bis auf den Venenzugang den sie mir gelegt haben. Es war halt alles sehr unangenehm und ich hatte einfach nur gehofft einschlafen,aufwachen,fertig. Leider ist es anders gewesen.Na ja die Untersuchung hat keine 5 min gedauert,für mich sogar gefühlte 2min. Als er dann fertig war war ich vollgespuckt mit Schleim den mir einer der Schwestern noch abwischte.Bin dann auch gleich hoch und in den Aufwachraum gewatschelt,langsam einen Fuß vor dem anderen.Auf dem Weg zum Aufwachraum fragte die Schwester mich noch ob ich dann wirklich alles so mitbekommen habe,ich antwortete mit einem lauten JA. :-( Dann sagte sie noch zu mir das ich dann wohl einiges an Medikamenten in dem Sinne das Propofol wegstecken kann. Toll dachte ich,das weiß ich jetzt auch. Sollte es nochmal zu einer Gatsro kommen dann bitte ich doch drum das ich dann auch eine Dosis bekomme die mich wirklich umhaut :-) Im Großen und ganzen wollte ich allen denen so eine Gastroendoskopie bevor steht und die genau so wie ich vorher auf so einer Seite landen (weil ja das bekanntliche Kopfkino doch nicht so einfach zu vermeiden ist) NUR MUT ZUSPRECHEN! Kein Mensch ist gleich und jeder erlebt es anders ob mit oder ohne Sedierung. Wenn man es dann mitbekommt so wie ich UNGEWOLLT hehe ist es einfach nur total unangenehm aber auch genau so schnell vorbei :-) Und ich war eine virtelstunde danach wirklich wieder top fit!
Also Leute,nur Mut!
MARIUS – Du bist ein Schoßkind des Glücks. Allein aufgrund der Tatsache, dass Dein Umgang mit der deutschen Sprache anerkennswert ist. Aber etwas Übung bedarf es denn noch.
Doch zum Thema. Mir wurde als stationärem Patienten in einem Krankenhaus eine
Magenspiegelung verordnet. Ich habe es abgelehnt! In meinen Magen lasse ich nur lecker Essen und köstlich’ Bier.
Einige Monate später war ich wieder Patient in besagtem Krankenhaus. Erneut wurde mir eine Magenspiegelung verordnet. Und als Zuckerstückchen auch noch eine Darmspiegelung. Beides hätte ich ablehnen können. Habe ich aber nicht.
Es war der Vortag der Rückverlegung eines AP. Würde ich Magen-/Darmspiegelung verweigert haben, hätte man mich mit dem Beutel am Bauch entlassen.
Ich war nicht allein. Im Zimmer war noch einer, dem eine Darmspiegelung bevorstand.
Wir haben beide dieses fürchterliche Zeugs trinken müssen, und wir haben beide unsere Zeiten auf dem Klo zugebracht.
Mein Nachbar wurde als erster geholt. Und er kam alsbald zurück. Er war nicht ansprechbar, war offensichtlich deutlich sediert. Er hat dann auch längere Zeit geschlafen.
Und dann haben sie mich geholt. Es gab eine Spritze Propofol …. aber nichts. Ich blieb hellwach. Es gab eine zweite Portion Propofol …. dito. Keine Reaktion. Dann gab es noch eine dritte Spritze Propofol (die Assistentin: Was?? .. noch eine?) Und dann hat sich die Ärztin nicht vorstellen können, dass ich noch bei vollem Bewusstsein war. Die Magenspiegelung war pille palle. Na ja – ein wenig würgen … Aber die Darmspiegelung ohne Betäubung rangiert dann unter Körperverletzung. Trotz drei Injektionen Propofol war ich bei vollem Bewußtsein. Und ich habe an den richtigen Stellen vor höllischen Schmerzen geschrieen. Man kann es sich so vorstellen: Denke Dir den Bauch weg. Dann prügelt jemand auf die nackt darliegenden Gedärme ein.
Die Ärztin, die mir das angetan hat, sei verflucht.
Anschließend kam ich zurück auf die Station. Mein Zimmernachbar schlief immer noch tief und fest. Ich habe trotz drei Injektionen Propofol kein Auge zu gemacht.
Wie im Krankenhaus üblich habe ich erst gegen 23 Uhr – nach einer Pille von der Nachtschwester – den erhofften Schlaf gefunden.
Besten Dank. Auch für deine Geschichte.
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Geil geschrieben Martus, ich hab mich grad echt weggeschmissen vor Lachen.
Ich habe heute auch eine Darmspiegelun(Koloskopie), hinter mich gebracht, allerdings ohne Narkose.
Frei nach dem Motto, “Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser”:
Hierbei ließ ich mich auch von den beiden hübeschen, den Arzt begleitenden Schwestern nicht abbringen.
Generell würde ich jedem anderen mit höherem Verdrängungspotenzial zu einer Betäubung raten.
Sollte ich noch einmal in diesen Genuss kommen, werde ich es wieder ohne Betäubung machen, allerdings habe ich auch vor kurzem von Menschen gehört die sich nur von Licht ernähren.
Eine mögliche tiefere Auseinandersetzung mit diesem Thema kann ich für die Zukunft nicht ausschließen.
Hallo Marius,
vielen vielen Dank für deinen Bericht. Er macht mir sehr viel Mut, da ich morgen auch zur großen Tauchfahrt muss.
Ach ja, ich hab auch Moviprep getrunken, ich Rands jetzt nicht sooo schlimm. Schmeckt irgendwie wie ein schlechter Energydrink…
Danke nochmal, hab jetzt echt weniger Angst als heute früh und wie in den letzten Tagen!
Gruß Giules
Pingback: Neuer Die Antwoord Song I Fink U Freeky
Hallo Marius,
ich habe mir vor Tagen die Geschichte durchgelesen und musste herzhaft lachen.
Heute war dann bei mir eine Magenspiegelung dran und ich wollte es unbedingt wieder ohne Spritze.
Höllische Angst hatte ich auch, aber…..ich habe mich während der Spiegelung immerwieder an Deine lustige Schreibweise erinnern müssen und somit verging das alles wie im Fluge.
Danke für Deine Geschichte, auch wenns ne Weile her ist.
Hallo zusammen,
ich gehöre mittlerweile auch zum “Club” derjenigen, die dieses Spiel mit Schlauch vorne und hinten rein ,gerade vor ein paar Tagen, hinter sich gebracht haben. Ich musste so lachen über den Bericht “say hi to Magen- und Darmspiegelung”, dass mir schon davon fast der Bauch wehgetan hätte. Nur war bei mir die Magen- und Darmspiegelung zeitlich sehr getrennt (also einen Monat außeinander), da ich nicht wusste, wie ich die “Schlafspritze” mittels Propofol vertragen würde. Erst kam die Magenspiegelung Anfang Februar – ich hatte also die Wahl zwischen Pest und Cholera, d. i. entweder so würgen müssen, dass sie den Schlauch nicht reinbekommen – oder aber sich dem Propofolrausch ergeben müssen. Nun, ich wählte dann die 2. Variante. Eigentlich bekam mir das Spritzchen ganz gut, nur beim Gespräch mit dem Doktor – nach Ausruhphase im Aufwachraum – merkte ich, dass mir meine Zunge noch nicht ganz gehorchte, sprich, ich saß lallend dem Doc gegenüber – wie peinlich! Bei der Darmspiegelung jetzt vor ein paar Tagen hatten sie den Ball offensichtlich um einiges “flacher” gehalten, so dass ich schon aufgewacht bin, als sie noch mit mir am Schaffen waren – oh Graus!! Aber es war schon das Ende, und dann sagte die eine Assistentin zu mir: “Sie haben aber schön geschlafen.” Ahhh, welch Erleichterung!
:-))) Ich habe in beiden Fällen von den ganzen Prozeduren mal gar nichts mitbekommen! So muss es auch sein. Ich fragte dann den Arzt, warum ich diesmal schon wach war, als die Untersuchung zwar am Ende, aber noch im Gange war, ich diesmal richtig fit hinterher wieder war und beim letzten Mal noch leicht benebelt und – wie gesagt – halb lallend dem Arzt gegenüber saß, da grinste der Arzt und meinte: “Letztes Mal waren Sie etwas tiefer – äääh – weg”. In jedem Fall würde ich aber beides gerade so wieder machen wollen.
Liebe Grüße
Sabine S
Hallo,
die Magenspiegelung ist jetzt auch erledigt.
Ich habe den “Doc” gefragt, ob bei der Sedierung nur das Erinnerungsvermögen ausgeschaltet wird oder ob auch der Würgereiz damit unterbunden wird. Er hat es mir so erklärt: Wenn diese Betäubungsspritze gegeben wird, ist der Patient insgesamt viel ruhiger und entspannter und das wirkt sich positiv auf dem “Würgereiz” aus.
Er hat mir zu einer Spiegelung mit Spritze geraten. Und ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Meine Erfahrungen waren identisch mit denen von Sabine. Die Menge des Sedativums, übrigens kein Propofol, war wohl doppelt so hoch als bei der Darmspiegelung. Ich bin sofort eingeschlafen, habe den Schlauch noch nicht einmal gesehen und nach ca. 1 Std. wieder aufgewacht. Alles war vorbei, ich weiß von nix. Zu Hause noch ein paar Stunden geschlafen und ich war TOP-FIT.
Also mit Spritze braucht sich wirklich niemand vor der Untersuchung zu fürchten. Auch die Darmspiegelung ist mit Spritze kein Problem. Aber wie beschrieben, mein Arzt spritz bei der Darmspiegelung zusätzlich zu dem Sedativum noch ein starkes Schmerzmittel. Aufwachern während der Untersuchung ist dann ganz interessant. Man sieht sich von innen und ist dabei total entspannt.
Aber: Wie würde es ohne Spritze verlaufen. Was ist wohl alles passiert, während der Zeit, wo man im Reich der Träume war. Wie hat man sich verhalten?
Herzliche Grüße an alle “Angsthasen”
Maria
So bin ich überhaupt über deinen Blog gestolpert. Werde mir heute wohl die neueste Moviprep Produktion ansehen und hoffentlich genauso viel Spaß mit meinem Buch zu haben wie du. Auf jeden Fall hat mich das Lesen deines Blogs dazu veranlasst mich mit besagten Hilfsmitteln einzudecken und es mir zuhause – ähem auf dem stillen Örtchen – so richtig gemütlich zu machen. Jetzt kann kommen was wolle, mit einem Lachen im Herzen und einer ordentlichen Portion (Selbst-)Ironie wird das gut zu überstehen sein. Du hast mich von meiner Angst bezüglich der kommenden 24 Std befreit.
Danke!
Magenspiegelung hab ich auch ohne Betäubung machen lassen und naja eigentlich nicht bereut, ich will schließlich nicht wegen 4 Minuten Qual den ganzen Tag außer Gefecht gesetzt sein.
Hallo Gedankenpause,
ich kann Dir nur sagen: Du bist nicht den ganzen Tag außer Gefecht gesetzt. Ganz im Gegenteil: Nach dem Ausruhen im Aufwachraum war ich wieder richtig fit! Ich konnte alles machen, hatte sogar richtig Tatendrang. Und war zudem total entspannt! Während ich die Magenspiegelung gemütlich verschlafen habe, hatte ich am Ende sogar noch nen netten Traum dabei ;-). Ok, für den Traum kann ich nicht unbedingt garantieren…
Lieben Gruß,
Sabine S
Ich habe ja insgesamt mittlerweile 5 Magenspiegelungen hinter mir, 2 davon ohne Betäubung.
Bei der oben beschriebenen Spiegelung konnte ich es mir nicht aussuchen, da ja auch noch eine Darmspiegelung gemacht wurde, und in dieser Praxis machen sie Darmspiegelungen immer unter Propofol Betäubung.
Nach meiner ersten Magenspiegelung ohne Betäubung war ich fast schon begeistert davon, wie unkompliziert und schnell diese Untersuchung vonstatten ging. Voller Begeisterung habe ich dann die zweite Gastroskopie auch ohne Betäubung bestellt. Das war dann aber eine wirklich sehr unangenehme Würgeschlacht mit einem fürchterlichen Arzt, der mich ständig anschrie, ich solle nicht so würgen. Das habe ich ja im Artikel bereits beschrieben.
Es hängt meiner Meinung nach sehr stark von den Fähigkeiten des Arztes ab, ob eine Magenspiegelung ohne Betäubung problemlos im Sinne von ertragbar verläuft, oder eben nicht.
Ich selber würde nach einer sehr schlechten Erfahrung nicht mehr auf eine Propofol Betäubung verzichten, auch wenn man sie selber bezahlen muss, so wie bei meinem letzten Termin.
Denn es ist tatsächlich nicht so, dass man nach einer solchen Betäubung den ganzen Tag außer Gefecht wäre.
Nachdem ich nach der letzten Untersuchung kurz etwas gedöst habe, bin ich völlig klar mit dem Fahrrad nach Hause gefahren. Diesbezüglich muss man also keine Sorgen haben. Klar, nach einer solchen Untersuchung kann es im Magen natürlich den Tag über noch etwas zwicken und schmerzen, da ja Luft in den Magen eingeblasen wird und meistens auch Proben entnommen werden, aber diese kleinen Problemchen hat man natürlich völlig unabhängig einer Betäubung.
Und noch mal vielen Dank für eure ganzen Kommentare und Erfahrungen!
Hallo Marius,
seit wann muss man das Propofol bezahlen? Das ist doch Quatsch! Bei mir hat alles – auch bei “nur” Magenspiegelung – die Kasse übernommen. Ich bin “normal” gesetzlich versichert! Ich hoffe, Du hast den Beleg bzw. die Quittung noch. Verlag Dein Geld zurück! Das ist ja ne Frechheit, dass der Arzt Geld dafür verlangt hat! Wenn Probleme gibt, nimm Dir notfalls einen Anwalt… Ich könnt mir denken, dass das Mittel sicher nicht billig war! Lieben Gruß, Sabine S
Hallo Sabine, ich musste 30 Euro dafür bezahlen. Das habe ich in Frankfurt jetzt aber schon bei zwei unterschiedlichen Praxen so erlebt. Allerdings nur bei einer Magenspiegelung.
Hallo an alle,
sollte eine Endoskopie med. notwendig sein, sind die Propofol-Spritzen definitiv keine Privatleistungen des Patienten! Auch bei “nur” Magenspiegelung. Das haben mir bereits mehrere Ärzte bestätigt. Nämlich durch den Würgereflex kann es sogar sein, dass die Untersuchung gar nicht möglich ist oder der Arzt nicht alles optimal sieht. Bei der Magenspiegelung wurde ich – wahrscheinlich wegen dem Würgen – sogar noch etwas “tiefer” gelegt als bei der Darmspiegelung.
Ich möchte niemanden etwas Böses unterstellen, aber lieber einmal zu viel gefragt als zu wenig. Und soll es dann doch mal was kosten, dann grundsätzlich nur gegen schriftlichen Beleg. Und zwar VORAB! ;-))
LG, Sabine S
… kleine Bemerkung noch an Sarah: Wie gesagt, jeder reagiert natürlich etwas unterschiedlich auf Propofol. Aber so wie sich das liest, scheint mir, dass sie Dir deutlich zu wenig gegeben haben, um wirklich “weg” zu sein! Ich würde mich bei Gelegenheit nochmal genau erkundigen, was im Arztbrief steht und warum sie Dir nur so wenig gegeben haben. Mir haben sie jedenfalls für die Magenspiegelung
200 mg verabreicht – und ich war jenseits von Gut und Böse ;-)
Hallo Leidensgenossen,
Eure Komentare finde ich super, total toll.
Auch ich hatte bereits das Vergnügen 2er Magen- und Darmspiegelungen.
Traumatisiert durch eine andere äußerst schmerzhafte und erniedrigende Behandlung, Angst ohne Ende, Kopfkino, schlaflose Nächte, Gewichtsabnahme – habe mich und mein Verhalten kaum wiedererkannt. Angst lässt einem total neben sich stehen und anschließend schämt man sich seines Verhaltens.
Zum Glück habe ich einen Arzt gefunden, der sich darauf eingelassen hat und mir wieder Vertrauen gegeben hat.
Nun zu den Spiegelungen: Mein Lebensgefährte und ich ließen uns einen Termin geben. Er ganz cool – ließ mir den Vortritt. 4 Tage vorher auf Körner, harte Schalen (Tomaten) usw. verzichten. Am Tag vorher nach dem Mittagessen 2 Abführpillen (habe nichts gemerkt), abends noch leichte Kost und dann dieses tolle Zeug trinken. Die ersten Gläser gehen ja noch, zum Schluss ekelt es einem schon beim Geruch der Lösung. Dagegen hilft der gute alte Strohhalm. Nicht all zu lang und schön groß – und zack – 5 bis 6 Mal richtig daran gezogen – und der Viertelliter, der alle 10 bis 15 Minuten getrunken werden soll, ist geschafft. Da ich die letzten drei Tage vor der Spiegelung auf leichte und weniger Kost umgestellt hatte, waren die Toilettengänge auch nicht schlimm. Feuchttücher und Fettsalbe, nur tupfen und ja nicht reiben und rubbeln.
Dann ab zur Spiegelung. Leider war mein Vorgänger nicht pünktlich, also musste ich warten. Dann im Untersuchungszimmer angekommen wurde ich erst einmal verkabelt und der Venenzugang gelegt. Ein Blick vom Arzt zu mir und zum Überwachungsgerät sagte alles. Ich sagte, ich könnte leider gegen diese “Scheiß-Angst” (T’Schuldigung) nichts machen. Er meinte nur, ich müsste mich dieser Angst stellen, nicht davor davonlaufen. Na ja, Spritze rein, auf die linke Seite drehen und schon war ich weg.
Was mich wundert, ist, Ihr schreibt alle nur von der Sedierung – Schlafspritze. Bei den Darmspiegelungen wurde mir jedes Mal zusätzliche ein starkes Schmerzmittel (Dolantin) gespritzt. Als ich dann während der Spiegelung aufwachte, lag ich total entspannt auf der Pritsche. Bei der 1. hat der Arzt wie er es mir versprochen hatte, nachgespritzt und ich bin wieder weggedöst. Jetzt bei der 2. wachte ich wieder auf und ich habe mir auf dem Monitor mein Innenleben angeschaut. Ohne Schmerzen, ich habe nichts gespürt. Okay, ganz zum Schluss ein leicht “brennendes Gefühl” beim Hintertürchen, da es vom vielen Flüssigkeit ausspucken ein wenig wund war. Jetzt merkte ich auch den Fremdkörper in mir, doch da beruhigte mich der Arzt schon (obwohl ich nichts gesagt hatte).Es würde nicht mehr lange dauern und das stimmte auch.
2 Tage später war mein “cooler” Partner dran. Starke Männer braucht das Land. Doch auch er hatte ganz schön Bammel. Leider hatte er schon eine Spiegelung mit schlechten Erfahrungen hinter sich – eine Assistenzärztin, ihr erster Versuch. Ich konnte in beruhigen. Doch da er sich so cool beim vorherigen Besprechungstermin gegeben hatte, war die Dosis der Schlafspritze wohl nicht ganz so groß. Er war während fast der Untersuchung wach, hatte aber keine Schmerzen und auch keine Unannehmlichkeiten – nichts gespürt. Auch bei ihm hat das Schmerzmittel voll gewirkt.
Fazit: Ein guter, erfahrener, rücksichtsvoller Arzt sollte es sein. Auch wenn sediert wird, kann man nach ca. 1/2 Stunde Ausruhen wieder nach Hause. Selber Fahren und Bäume ausreißen geht nicht. Aber ein Tag etwas Ruhe schadet doch auch nicht, da man ohnehin krankgeschrieben wird.
Jetzt muss ich noch zur Magenspiegelung. Die letzten Male mit “Schlafspritze”, aber laut Arztbericht habe ich anfangs gewürgt.
Jetzt denke ich darüber nach, ob ich vielleicht, so wir mir der Doc empfohlen hat, mich der Angst stelle und mutig diese Untersuchung ohne Sedativum durchführen lasse. Oder ist das kontraproduktiv und die Angst wird danach wieder stärker? Andrerseits wäre es ein positives Erlebnis, die Angst überwunden und es geschafft zu haben. Was meint Ihr?
Hallo Maria,
es ist schon mutig, es ohne Sedativum zu probieren, aber es kann aus dieser Art Mut auch Übermut werden. Ich lese aus Deinen Zeilen, dass Du das Sedativum anscheinend gut vertragen hast. Sich der Angst zu stellen, heißt nicht unbedingt, dass man die Untersuchung ohne Sedativum probieren sollte, zumal Dir ja bestätigt wurde, dass Du bei der letzten Magenspiegelung trotz Sedativum noch gewürgt hast. Sich der Angst zu stellen, heißt für mich jedenfalls, einen Weg zu finden, die Angst innerlich zu überwinden. Ich finde es zudem auch mutig, vor anderen zu seinen eigenen Ängsten und Schwächen zu stehen, dann werden diese Ängste offen ausgespriochen und nicht verdrängt.
Natürlich kann ich Dich gut verstehen, indem Du schreibst, dass es für Dich ein positives und wichtiges Erlebnis ist, die Angst überwunden und “es geschafft zu haben”. Es kann aber genausogut sein, dass der Versuch, das Sedativum weg zu lassen, kontraproduktiv ist – und dann bewirkt es genau das Gegenteil, indem Du vor den nächsten Untersuchungen erst Recht Angst hast, zumal Du, wie Du am Anfang schriebst, schon mal ein traumatisierendes Erlebnis in Sachen “Untersuchungen” hattest.
Es gibt doch noch sicher einige andere Dinge in Deinem Leben, wo Du wirklich mal mutig über Deinen eigenen Schatten springen kannst, das muss ja nicht unbedingt so eine Untersuchung sein. (Ich habe dieses Wochenende ein für mich wichtiges “Aha-Erlebnis”, was auch erst mal viel Mut erfordert hat; Du kannst mich per Mail gerne danach fragen. das sprengt sonst hier den Rahmen.)
Wie Du Dich jetzt aber letztlich entscheidest, dass kannst Du nur mit Dir selber ausmachen.
Liebe Grüße
Sabine
Hallo Sabine,
vielen Dank für Deine Antwort. So wie Du die “Sache” beurteilst sehe ich sie mittlerweile auch. Leider habe ich mir bei You Tube das Video von der Magenspiegelung angesehe. (Ich meine dieses eine “hammerharte” wo der Schlauch einfach reingesteckt wird und sich keiner um den Patienten kümmert.) Dieses Video hat mich total verunsichert, hätte ich es mir nur nicht angesehen. Jetzt ist die Angelegenheit geklärt – nicht ohne Sedativum. Wie gesagt, ich habe von den vorherigen 2 Malen nichts mitbekommen und auch keine Erinnerung an das vom Arzt beschriebene Würgen.
Ein traumatisierendes Erlebnis bedeut nicht gleichzeitig nur Schmerzen. Meiner Meinung und Erfahrung nach werden Schmerzen erst dann in diesem Sinne unvergesslich, wenn man in einer hilflosen, total abhängigen Lage gebracht wird und – in diesem Fall – der behandelnde Arzt sich dann noch unmenschlich und brutal verhält. (Festhalten, -binden, anschreien.) Die Schmerzen, die in diesem Zusammenhang zugefügt werden, vergisst man nie wieder.
Wie Marius es beschrieb: -Und das war dann eine regelrechte Würgeschlacht mit einem Arzt, der mich permanent anschrie, dass ich doch gefälligst nicht so stark würgen solle. -
Ich habe schon mehrere Erlebnisse mit teilweise starken Schmerzen (z. B. das Schlauchziehen nach einer Knie-OP) hinter mir. Nur davor hätte ich keine Angst. Es ist ein kurzer starker Schmerz, der einem den Atem raubt, aber man ist nicht ausgeliefert. Bisschen Zuspruch und kein brutales Anschnauzen: Nu stellen sie sich nicht so an. Das ist der Unterschied.
Und daraus resultierten meine Überlegungen, da ich diesem Arzt voll vertraue.
Egal, in ein paar Tagen wird diese Spiegelung durchgeführt mit Sedativum und meinen Mut werde ich auf eine andere Art un Weise testen.
Herzliche Grüße
Maria
PS: Sabine, leider weiß ich nicht, wie ich Dich per Mail fragen kann.
Danke für die Niederschrift deiner Erlebisse. So konnte ich das erste mal über meine Kolo in 3 Stunden lachen und seh das Ganze entspannter