Wie ich amerikanische Blogs kennenlernte

Wenn man ein Blog betreibt, interessiert man sich meistens für die verschiedenen Darstellungsformen der eigenen Website, bei WordPress Themes genannt.
Ich selber probiere gerne neue Themes aus und wenn ich mal so weit bin mein Design zu wechseln, dann bringt mir das oft neue Motivation zum bloggen. So wie das Konzert mit der neuen Jeans und dem neuen T-Shirt irgendwie mehr Spaß macht.

Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf der Suche nach einem neuen Theme. Mein Blog hatte mir, wie so oft schon, nicht mehr besonders gefallen. Es musste etwas Neues her.
Neben den vielen kostenlosen WordPress Themes gibt es auch die so genannten Premium Themes. Premium Themes sind WordPress Themes, die in der Regel Geld kosten, aber dafür oft besser designt und programmiert sind, als die kostenlosen Themes. Nicht immer, aber oft.

Unter diesen Premium Themes bin ich vor knapp einem Jahr auf ein zur damaligen Zeit recht neues Theme gestoßen, welches in der deutschen Blogosphäre noch ziemlich unbekannt war. Dieses WordPress Theme ist kein Theme im eigentlichen Sinne, sondern viel mehr als Theme Framework zu verstehen. Es nennt sich Thesis.

Thesis wurde und wird von Chris Pearson entwickelt und dieser Mann hat einige ziemlich gute Ideen in sein Thesis Theme Framework einfließen lassen. Thesis ist zwar nicht so einfach wie viele es schreiben, aber wenn man sich erstmal in dieses völlig neue System eingearbeitet hat, kann man sein Blog mit Thesis sehr flexibel und individuell gestalten. Thesis hat schon eine Menge an Design- und Einstellungsmöglichkeiten in das Backend implementiert, und alle weiteren Änderungen macht man in ausschließlich zwei Konfigurationsdateien. Auf diese Art und Weise muss man die Corefiles dieses Themes niemals anfassen, was den bequemen Nebeneffekt hat, dass man in neue Thesis Versionen lediglich diese beiden Konfigurationsdateien mitnehmen muss, um sein Design und seine Anpassungen zu übertragen.

Mir schien dieses Thesis WordPress Theme Framework auf jeden Fall sehr interessant, also nahm ich etwas Geld in die Hand und kaufte es mir.
Mit dem Kauf von Thesis erhält man nicht nur das Theme als solches als Download. Der weitaus wichtigere Aspekt ist der Zugang zu dem angeschlossenen Forum, in dem man sehr kompetente und freundliche Hilfe zu allen Fragen rund um Thesis erhält.
Da Chris Pearson Amerikaner ist, und Thesis sich besonders in Amerika großer Beliebtheit erfreut, war ich also nun in meinem ersten amerikanischen Forum gelandet. Und dort machte es richtig Spaß. Klar, es ist ein geschlossenes Forum, von daher glücklicherweise ohne die Anwesenheit von Trolls, aber die freundliche und hilfsbereite Art, die dort herrscht, kannte ich in dieser Form bisher von deutschen Foren eher selten.

Da so gut wie alle dort aktiven Mitglieder selbstverständlich Hilfe zu ihren Thesis Installationen und Individualisierungen suchen, werden dort meistens Links zu deren Blogs veröffentlicht, damit man sich deren Problemen und Fragen annehmen kann. Und genau über diese Links und einen Vorstellungsthread bin ich in die amerikanische Blogosphäre eingestiegen.

Bei diesen Blogs hat mir dann die nicht mehr so häufig verwendete, gute alte Blogroll (ich müsste meine auch mal wieder veröffentlichen) geholfen, um mich von Blog zu Blog zu hangeln. Genauso, wie es eigentlich sein soll.

Für mich war dies ein optimaler Einstieg in die amerikanischen Blogs, weil die Blogs der dort Hilfe Suchenden, natürlich die eher kleineren Blogs waren. Ich finde es auch in Deutschland nicht besonders hilfreich, in Sachen Blogs gleich mit den „Großen“ anzufangen. Das verwischt so ein wenig die Sicht auf die eigentliche Natur von Blogs, und treibt die eigenen Ansprüche in oft unerreichbare Höhen. Zudem lernt man die „Großen“ zwangsläufig noch früh genug kennen.

Ohne dieses Thesis Theme hätte ich mich wahrscheinlich nicht so intensiv in die amerikanische Blogosphäre eingelesen. Zum einen besteht die sprachliche Barriere und zum anderen hat man natürlich mit den vielen deutschen Blogs mehr als genug zu tun, aber ich kann sagen, dass sich ein Ausflug zu unseren amerikanischen Kollegen auf jeden Fall lohnt.

Man kann dort einiges lernen. Zum Beispiel, dass man sich nicht zu schade sein sollte, über interessante Themen zu schreiben, obwohl diese Themen schon auf zig anderen Blogs zu lesen waren. Die Amerikaner interessiert so etwas nicht, sie tun so, als ob ausgerechnet ihr Artikel der lesenswerteste ist. Man begegnet dort Kritik mit Höflichkeit und ganz allgemein kommt es mir so vor, als ob man im Amerika viel mehr Gebrauch von der Kommentarfunktion macht, als in Deutschland.

Ich lese seit dem auf jeden Fall sehr gerne quer durch die englischsprachige Blogosphäre, auch Blogs die eher weniger spektakulär sind. Ganz einfach weil mir die dortige Stimmung gut gefällt. So ein Blogausflug über den großen Teich kann ich definitiv sehr empfehlen.

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Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

3 CommentsHinterlasse einen Kommentar

  • Ich will das nicht bestreiten, ich hab gelegentlich auch das Gefühl, dass nur die wirklich kommentieren wollen, die was zu meckern haben. Aber: wir bewegen uns beide nur in einem winzigen Teil der deutschen Blogosphäre – schau dir beispielsweise mal die deutsche Fashionbloggerszene an, die abseits von sämtlichen bekannten Rankings ihr Ding durchziehen – die haben teilweise Dimensionen erreicht, da können wir nur von träumen.

    • @Jeriko: Das stimmt. Durch meine Freundin, die selber Mode macht und für ihr Label und ihren Laden blogt, habe ich mich seit ca. einem Jahr auch ein wenig in der Fashionbloggerszene umgesehen.
      Ich glaube, und das meine ich ausschließlich positiv, dass sich diese Szene am meisten von allen an der englischsprachigen Blogosphäre orientiert hat, und sich dementsprechend gut vernetzt. Was mich nicht wundert, da Mode ein sehr internationales Thema ist.

      Diese Dimensionen, von denen du sprichst, welche die Fashionblogger abseits von sämtlichen bekannten Rankings erreicht haben, bestätigen für mich persönlich auch das, was ich auch in der letzten Trackback Sendung gesagt habe. Nämlich dass Charts absolut überflüssig sind.
      Wer sich gut vernetzt und gerne und viel kommuniziert, kann eine ganze Menge erreichen. Das ist genau der große Vorteil von Blogs. Nicht nur in Amerika, auch in Deutschland.

  • Ich nutze zur Zeit auch ein sogenanntes Theme Framework, das in soweit kostenpflichtig ist, das man für einen kleinen Jahresbeitrag Suport und Zugang zum Forum (was auch nötig war) bekommt. Bei amerikanischen Blogs halte ich mich rein gar nicht auf, es sei den, durch Zufall. Vielleicht sollte man dort drüben doch mal öfter vorbeischauen. Appropo Blogroll. Ich habe auch schon mehrmals mit dem Gedanken gepielt, die gute alte Rolle über Bord zu schmeissen. Aber irgend etwas lässt mich zögern. Vielleicht will ich kein Magazin und bin altmodisch.

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