Ich hatte schon etwas länger mit einer Flip Kamera geliebäugelt und zu Weihnachten habe ich dann den Flip UltraHD Camcorder von Cisco mit 8 GB internem Speicher (Amazon Partnerlink) geschenkt bekommen. Nachdem ich mit dieser Kamera einige Tage herumgespielt hatte, habe ich das Gerät aber wieder zurück geschickt. Unsere USB Verbindungen fanden nicht so recht zusammen.
Die Handhabung der Flip UltraHD ist absolut simpel. Nach einem ersten kurzen Setup (Sprache, Datum, Uhrzeit) kann man sofort mit der Aufnahme von HD Videos (Auflösung 1280 x 720 bei 30 Bildern pro Sekunde) beginnen. Die Flip UltraHD hat ein kleines, 2,0 Zoll Display, welches während der Aufnahme als Sucher dient. Hat man die Aufnahme gestoppt, kann man sich über dieses Display das gespeicherte Video anschauen. Dies sollte man aber nur für einen sehr groben Überblick tun, da dieses Display auch aufgrund seiner Größe mehr ein Guckloch als ein brillantes Display ist. Über die Qualität der aufgenommen Videos kann man sich darüber keinen Überblick verschaffen, und zum gemeinsamen „Zeig mal“ ist dieses Display auch nicht geeignet.
Die Aufnahmen liegen, der Name der Kamera deutet es an, im HD Format vor. Und das war für mich persönlich ein großer Nachteil. Zum einen werden die Dateien durch die HD Qualität ziemlich groß (bei meinem Test ca. 75 MB für 1 Minute Videomaterial) und zum anderen konnte mein einige Jahre alter Rechner dieses HD Material nicht flüssig darstellen. Immer wieder ruckelte und stoppte die Wiedergabe. Ich wollte diese Kamera hauptsächlich dafür verwenden, um kurze Filmchen direkt auf YouTube oder andere Videoportale hoch zu laden, aber dafür ist das HD Material ganz einfach zu groß und unhandlich, für meine Zwecke auch ganz einfach unnötig.
HD Videomaterial mag für die gemütliche Luxusfilmrunde über einen schicken HD Fernseher geeignet sein, dann aber nicht für Videos die mit der Flip UltraHD aufgenommen wurden. Für solche Luxusfilmchen ist die Bildqualität dann doch wieder nicht ausreichend und man sollte dafür lieber eine deutlich bessere Kamera mit mehr Funktionen, wie zum Beispiel Bildstabilisator und optischer Zoom, wählen.
Der nächste Nachteil, der vom Hersteller eigentlich häufig als Vorteil verkauft wird, ist, dass der USB Stecker mit einem Schnappmechanismus direkt in das Gerät integriert wurde. Schiebt man den Schiebeverschluss seitlich der Kamera nach unten, klappt im rechten Winkel der USB Stecker aus. Die USB Anschlüsse an meinen Desktop Rechner sind allerdings so verbaut, dass ich keine Möglichkeit hatte den Flip UltraHD USB Stecker in einen USB Port meines Rechners zu stecken. Bei Notebooks sollte das aber unproblematisch funktionieren, da dort die USB Ports seitlich oder hinten am Gerät frei von sonstigen Steckern und Kabeln zugänglich sein müssten. Um die Flip UltraHD an meinen Rechner anzuschließen, brauchte ich also ein USB Verlängerungskabel, was der Kamera selbstverständlich nicht beiliegt.
Das nächste Problem der Flip UltraHD sind die arg wackeligen Aufnahmen, sofern man das Gerät frei in der Hand hält. Einen Bildstabilisator sucht man bei der Flip leider vergeblich, jedes noch so kleine Zittern der Hand überträgt sich sofort auf das Video. Besonders negativ fällt dieser Umstand auf, wenn man den 2-fach digitalen Zoom benutzt. Dabei muss man eine Taste auf der Rückseite der Kamera drücken, und verwackelt so unweigerlich das ganze Bild. Ein optisches Zoom hat die Flip übrigens nicht. Natürlich könnte man ein Stativ verwenden, ein Anschluss dafür ist unterhalb der Flip Kamera vorhanden, aber das würde das Handling dieses kleinen Minicamcorders für die Hosentasche irgendwie ad absurdum führen. Es gibt allerdings ein kleines, flexibles Ministativ (Joby Gorillapod Klemmstativ), welches ich auch im Test hatte, mit dem man dieses Problem aus der Welt schaffen könnte, falls man bei einer Aufnahme irgendwo die Möglichkeit hat ein solches Stativ aufzubauen. Für Interviews, die man im stehen aufnehmen möchte, hat man eine solche Möglichkeit meistens nicht.
Mein Fazit zur Flip UltraHD:
Wenn man wie ich eine solche Kamera hauptsächlich für Podcasts und Webvideos benutzen möchte, wäre es ideal wenn man damit auch separate Audiospuren ohne Video aufzeichnen könnte (Audiopodcast / Videopodcast). Dies kann die Flip UltraHD meines Wissens nach nicht. Selbst wenn sie es könnte, wäre die Audioqualität für anspruchsvolle Podcaster nicht ausreichend.
Für solche Zwecke wäre eine Alternative eventuell das Zoom Q3 mit dem man sowohl Videos als auch nur separate Tonspuren aufnehmen kann. Die Audioqualität soll bei diesem Gerät recht gut sein. Getestet habe ich das Zoom Q3 aber bisher noch nicht.


