Pünktlich zum Frühstück heute Morgen hatte Google den neuen Dienst Google Buzz in meinem Google Mail Konto implementiert. Die erste Überraschung für mich war, dass Google Buzz kein Beta Badge trägt. Nach den ersten Tests muss ich leider sagen: Zu Unrecht.
Google Buzz ist eine Mischung aus Twitter ohne die 140 Zeichen Restriktion, und den Facebook Neuigkeiten. In das Status Textfeld kann man Links (auch YouTube Links, die dann wie bei Facebook als Video dargestellt werden) und Fotos (entweder von der Festplatte oder dem Google Bilderdienst Picasa), sowie natürlich Text eingeben.
Nun kann man wählen, wer die eigenen Statusmeldungen sehen darf. Entweder man wählt „Public“, dabei dürfen dann naturgemäß alle mitlesen, oder man wählt „Private“, wobei man sich dann verschiedene Gruppen aus seinem Google Mail Adressebuch zusammenklicken kann. Dabei werden dann jedoch auch Personen aus dem eigenen Adressbuch angezeigt, die kein Google Mail Konto haben. Welchen Sinn das hat, kann ich nicht sagen.
Um die Statusmeldungen anderer Personen sehen zu können, muss man diesen Personen folgen. Hierbei kann man entweder wieder aus seinem Google Mail Adressbuch schöpfen, oder man erhält über „Search Profiles“ ominöse Vorschläge für Personen, von denen man einen Bestandteil des Namens in die Suchbox eingetippt hat. Woher diese Vorschläge kommen, ist mir bisher nicht klar.
Weiterhin kann man Seiten einbinden, von denen automatisch Stausmeldungen empfangen, und unter eigenem Namen veröffentlicht werden. Derzeit stehen hier nur Flickr, Twitter, Picasa, Google Reader (Artikel die man empfohlen hat) und der Google Chat Status zur Verfügung. Mir persönlich schlägt Google weiterhin noch eine meiner Websites vor. Das ist in sofern verwunderlich, weil ich mehrere Websites habe, aber nur eine davon zur Auswahl steht. Selber hinzufügen kann man leider keine weiteren Seiten.
Auch die Twitter Anbindung funktioniert derzeit eher sporadisch, um genau zu sein nur beim ersten Tweet nach der Konnektierung von Twitter. Alle darauf folgenden Tweets wurden von Google Buzz ignoriert.
Verwunderlich ist auch, dass ich beim Twitter Connect kein Passwort eingeben musste, ich hätte also jeden beliebigen Twitter Account in mein Google Buzz einbinden können.
Klar sollte man sich weiterhin darüber sein, dass alle veröffentlichten „Public“ Statusmeldungen auch immer auf der eigenen Google Profil Seite abgebildet werden.
Insgesamt macht Google Buzz bisher eher den Eindruck eines noch nicht ganz durchdachten, dafür aber noch in der frühen Betaphase befindlichen Dienstes. Buzz wird doch nicht etwa im Wave Grab landen? Es gibt noch einige mehr oder weniger große Baustellen und Fragen:
1. Warum kann man Personen aus dem eigenen Google Mail Adressbuch folgen, die gar kein Google Mail Konto haben? Solche Personen sind doch gar nicht in der Lage Google Buzz zu nutzen.
2. Warum muss man beim Einbinden eines Twitter Kontos, kein Passwort angeben? Und warum funktioniert diese connecten nur beim ersten Tweet?
3. Warum bietet mir Google eines meiner Blogs zum einbinden (Connected Sites) in Google Buzz an, ein anderes aber nicht?
4. Warum kann ich Google Buzz Meldungen nicht auf anderen Plattformen veröffentlichen?
5. Warum ist Google Buzz an das eigene Google Mail Konto geknüpft. Damit schließt man von vornherein sehr viele Personen und Anwendungsfälle aus.
6. Und warum ist am Tage des Google Buzz Launchs bei uns heute die Heizung samt Warmwasser ausgefallen? Ich friere mir hier den Arsch ab.



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schön zusammengefasst, danke :)
Zumindest zu Frage 2 kann ich was sagen: Da man von Buzz aus nicht auf Twitter posten kann, ist es nicht nötig, ein Passwort einzugeben. Die Tweets kann ja jeder lesen (so sie denn public sind, mit geschützten Accounts geht das ganze glaub ich nicht), also ist für Lesezugriff auch kein Passwort nötig.
@Martin: Klar, zum lesen von Tweets brauche ich natürlich kein Password. Um sich gegenüber Twitter als der Inhaber des Accounts zu authentifizieren, wäre aber eine solche Abfrage nicht schlecht.
Durch die Verknüpfung von Google Buzz mit dem Google Mail Konto, ist Buzz mehr als andere Dienste darauf ausgelegt, mit der eigenen “echten” Identität zu arbeiten, und nicht anonym zu buzzen (klar, geht das auch). Von daher hätte ich erwartet, dass Buzz sicherstellen möchte, dass der jeweilige Buzzer auch nur den eigenen Twitterstream einbinden kann.