Am Krankenbett der Blogosphäre – oder von der fehlenden Motivation zu bloggen

“Gibts in deutschland eigentlich im moment noch blogs (alter >1 jahr), die hochmotiviert betrieben werden?”, fragte Kai Müller von Stylespion per Twitter.
Genau über diese Frage dachte ich auch erst kürzlich nach, als ich mir Gedanken darüber machte, wie es denn eigentlich um mein eigenes Blog bestellt ist.

Schaut man in die Runde, sieht man immer häufiger Blogs die nicht mehr so regelmäßig wie früher befüllt werden, langsam vor sich hin dümpeln oder komplett brach liegen.
Neue Artikel haben immer häufiger nur noch eingebettete Videos oder kurze Linkverweise zum Inhalt, schau mal hier, klick mal dort, aber gehe bitte weiter, weil es bei mir nichts mehr zu sehen gibt. Selbst große Blogs wie Spreeblick helfen sich in letzter Zeit immer häufiger mit Videos oder Linkverweisen über den Tag. Natürlich, das Internet besteht aus Links, und Blogs waren traditionell schon immer spendabel, was Verlinkungen angeht, trotzdem kann man beobachten, dass interessante eigene Inhalte stark abgenommen haben.

Auf Inhalte Anderer zu verlinken ist einfacher als eigene Inhalte zu erstellen, soviel ist klar.
Die Anderen, das sind jedoch immer häufiger die etablierten Medien oder die professionell betriebenen Multiautoren Blogs, da es bei den vielen kleineren Blogs nicht mehr so viele verlinkungswürdigen Inhalte gibt, wie das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Warum ist das so?

Ein wenig Statistik

Die Anzahl der Backlinks, die für einen bestimmten Platz in den deutschen Blogcharts nötig waren, sinkt Monat für Monat. Ende 2006 waren beispielsweise noch ca. 2600 Backlinks nötig, um in den deutschen Blogcharts auf Platz 1 zu stehen. Mitte 2010 brauchte man für die gleiche Topposition nur noch lediglich ca. 700 Backlinks. In den aktuellen deutschen Blogcharts vom 15.09.2010 reichen schon 654 Backlinks für den 1. Platz. Berücksichtigt werden dort jeweils die Backlinks der letzten 6 Monate.

Diese Zahlen kann nun jeder nach Belieben interpretieren, für mich zeigen sie gleich mehrere Dinge. Zum einen, dass die Bereitschaft von Bloggern auf andere Blogs zu verlinken stark abgenommen hat, und zum anderen, und das ist für mich die wohl wichtigste Aussage dieser Statistik, dass es einfach nicht mehr so viele verlinkungswürdige Artikel in der deutschen Blogosphäre gibt. Und genau diese Interpretation solch nüchterner Zahlen deckt sich mit meinem Gefühl, dass ich als interessierter Beobachter der deutschen Blogosphäre seit einiger Zeit habe. Gefühlt lassen Blogs derzeit stark ihre Köpfe hängen.

Die Leidenschaft, mit der früher Blogs betrieben wurden, ist größtenteils abhanden gekommen. Wohl gemerkt spreche ich hier ausdrücklich über Blogs mit eigenen Inhalten, und nicht über Copyblogs, die sich ihre Inhalte von anderen Blogs kopieren um damit über Werbung Geld zu verdienen. Solche Blogs haben mich noch nie interessiert und tun dies auch heute nicht.

Auch mein Blog dümpelt seit vielen Monaten, eventuell sogar schon länger, nur noch vor sich hin. Vor lauter Frust über fehlende Inhalte aufgrund fehlender Motivation hatte ich es im Sommer sogar für einige Zeit komplett offline genommen. Lieber gar kein Blog, als ein sterbendes Blog, dachte ich.

Meine Online Aktivitäten im Publishing Bereich beschränken sich seit Monaten trauriger weise nur noch auf Facebook, dieses Facebook, mit dem ich nie so richtig warm werden konnte.

Facebook und Twitter

Zugegeben, Facebook ist verdammt bequem. Ideal für unbewegliche Sesselfurzer und Büromenschen, die sich schon immer für die früher per Mail versendeten lustigen Power Point Sheets und Spaßbilder interessiert haben, die regelmäßig durch die eigene Peer Group geisterten. Wer kennt sie nicht.
Facebook ist für Jedermann, und macht es deshalb so beliebig. Auch ich bin Jedermann und der Faszination Facebook erlegen.

Bei Facebook gibt es keinen zugangsgesicherten Adminbereich, der den Publisher vor dem Veröffentlichen von Inhalten trennt. Facebook erledigt Jedermann quasi nebenbei.
Von fast allen Websites aus kann man dort Inhalte veröffentlichen ohne das eigene Facebook Profil besuchen zu müssen, ständig eingeloggt, ständig bereit, wartet das Monster auf neues Futter, auch wenn es nur eine kleine Vorspeise in Form eines “I like” Klicks ist. Die Frage ist nur, wann das Monster zu Tode gefüttert wird, oder gar selbständig anfängt sich zu überfressen. Und letzten Endes platzt.

Selbstverständlich gibt es einen großen Unterschied zwischen Facebook und Blogs als Formen der Veröffentlichung. Genau genommen kann man sie noch nicht einmal miteinander vergleichen.
Bei Facebook beschränken sich die Konsumenten in der Regel auf die eigene Freundesliste, während Inhalte aus Blogs der gesamten Welt offenstehen. Weiterhin ist Facebook nicht auf die Veröffentlichung von längeren Artikeln ausgerichtet, eine der Paradedisziplinen von Blogs.
Blogs sind selbstbestimmt, während Facebook selbst bestimmt. Ja, das ist ein Unterschied.

Trotz alledem meinen immer mehr Organisationen, Privatleute und sogar Unternehmen, dass sie ohne eine Facebook Seite im Internet nicht mehr existieren können. Es gibt wohl kaum noch Agenturen, die ihren Kunden nicht zu einer Facebook Präsenz raten und somit ihr fast immer gleiches Beraterlatein abspulen.

Blogs hingegen werden nicht mehr so häufig empfohlen, da sie sperriger und unberechenbarer sind und natürlich deutlich mehr Arbeit verursachen. Auch die fehlende Messbarkeit ist häufig ein Argument gegen Blogs. Metriken, Baby. Die Währung namens Freunde hat sich schon lange durchgesetzt, RSS Feed Abonnenten sind immer noch in großen Teilen unbekannt und somit schwer zu vermitteln.
Ich verstehe diese Gedanken, sie entsprechen zwar nicht exakt der Wahrheit, aber sie sind nachvollziehbar und fühlen sich auf den ersten Blick richtig an. Das ist es, was zählt. Das ist es auch, was erzählt wird.

In gewisser Weise stehen Netzwerke wie Facebook und Twitter trotz völlig unterschiedlicher Ausrichtung in direkter Konkurrenz zu Blogs. Und es ist mehr als ein vages Gefühl, dass diese beiden Dienste immer häufiger den Vorzug bekommen, wenn es um die Frage geht, mit welchem dieser Tools man sich denn nun in seiner verfügbaren Zeit beschäftigen soll.
Blogs stehen bei dieser Frage nicht mehr an erster Stelle, sind nicht mehr cool und in der Wahrnehmung einiger auch etwas zu schwerfällig und langsam.
Wenn wir noch vor wenigen Jahren dachten, wir würden mit unseren Blogs in einer schnelllebigen Zeit leben, wenn wir dachten, wie wunderbar es doch ist, dass wir mit wenig Aufwand selber zu Publizisten werden können, dann denken wir doch heute, dass Blogs im Vergleich zu Twitter und Facebook eher langsame und schwerfällige Medien sind. So schnell können sich Wahrnehmungen ändern.

Die Schuldigen der Krise

Es ist sicher nicht vermessen zu behaupten, dass sich die deutsche Blogosphäre in einer Krise befindet. Weniger Artikel, weniger Links, weniger Leidenschaft, weniger Motivation, weniger Bereitschaft, all dies nimmt kontinuierlich ab.
Ich könnte nun einfach die Schuldigen der Blogkrise benennen, könnte schreiben, dass Twitter und Facebook Stück für Stück die Bloglandschaft zerstören. Das wäre noch nicht einmal falsch. Aber es wäre etwas zu einfach gedacht, denn Facebook und Twitter haben beide keine Köpfe zum denken und keine Finger zum tippen, sie sind nur dumme Werkzeuge, Stücke ordinärer Software auf billigem Blech.

Es sind die (ehemaligen) Blogger, die ihre Blogs vernachlässigen. Menschen, die es aus Bequemlichkeitsgründen vorziehen oben genannte Werkzeuge zum schnellen und kurzen publizieren von wenigen Sätzen oder Links zu nutzen, anstatt sich in ihren Blogs um Artikel zu bemühen. Auch ich bin einer von diesen Menschen geworden.

Ich war nie ein großer Freund diverser Theorien, die ich meistens von Sozialpädagogen der alten 68 Schule hörte, dass zum Beispiel häufiges Fernsehen die eigene Kreativität behindern würde. Natürlich konnte ich in der Zeit, in der ich Fernsehen geschaut habe, keine Bilder malen, kein Instrument spielen und auch keine Kurzgeschichten schreiben. Aber ich bildete mir ein, dass ich durch das fernsehschauen ziemlich viele neue Eindrücke bekam, die wiederum für Inspiration sorgen könnten und das sicherlich in einigen Fällen auch taten.
Aber natürlich nimmt auch das fernsehschauen eine gewisse Zeit in Anspruch, die für den eigenen Kreativitätsprozess fehlt. Man beginnt etwas bequemer zu werden und merkt schnell, dass das Konsumieren deutlich einfacher ist, als das Produzieren. Selbst wenn man neben dem konsumieren noch kommentiert (z.B. Twitter), ist dies noch immer ein sehr bequemer Laid Back Prozess.

Natürlich hinkt der Vergleich gewaltig, aber ähnlich wie mit dem Fernsehschauen, geht es mir mit Facebook und Twitter. Verbringe ich täglich 3 Stunden mit diesen Diensten, fehlt mir diese Zeit zum Schreiben von Blogartikeln. Sicher, das Zeitproblem könnte man bei ausreichender Motivation irgendwie in den Griff bekommen, aber diese beiden Tools haben nebenbei auch noch den unangenehmen Effekt, dass sie die Motivation zum bloggen killen.

Alle die wir aktiv im Internet unterwegs sind und einige dieser Social Media Tool nutzen, sind mehr oder weniger Selbstdarsteller. Wir wollen uns produzieren, wir wollen, dass uns andere Menschen wahrnehmen und uns zuhören, wir wollen Anerkennung und Aufmerksamkeit und wir wollen etwas zu sagen haben.
Wir merken aber, dass dieser Zustand anstatt mit dem Betreiben von Blogs auch mit deutlich weniger Anstrengung über Twitter und Facebook möglich ist. Diese Tools sind viel mehr auf Kommunikation und Anerkennung in Form von Retweets, Favs, Followern, DM, Facebook Freunden und I like´s ausgerichtet, als Blogs dies sind. Wertschätzung und Feedback sind hier deutlich besser messbar als in Blogs.

Denn das was wir normalerweise als Anerkennung wahrnehmen, ist nicht die Zahl der Leser eines Blogs, sondern vielmehr die Anzahl der Kommentare. Wir sind Menschen, sind soziale Wesen, wir wollen kommunizieren. Uns ist nicht wichtig wie viele Menschen uns anschauen, sondern mit wie vielen Menschen wir persönlichen Kontakt haben und kommunizieren. Diese Art des persönlichen Kontaktes bilden Facebook und Twitter deutlich besser ab, als Blogs dies tun, was direkt mit der Tatsache zu tun hat, dass es in Blogs immer weniger Kommentare und Leser gibt.
Es ist frustrierend sich den Arsch wund zu bloggen, ohne jegliche Anerkennung in Form von Kommentaren zu erfahren. Sicher ist dies einer der Gründe, warum die Motivation zu bloggen auf Dauer nachlässt.
Nach einer Zeit der Enttäuschung und Demotivation neigt man dazu, das Blog zu Gunsten der Schnell-Schnell Komunikation mittels Twitter und Facebook hinten an zu stellen, denn bei den genannten Diensten lassen die Erfolge in Form von persönlichen Kontakten und Ansprachen nicht lange auf sich warten.

Social Media Tools sorgen also zumindest bei mir dafür, dass die Motivation zum bloggen immer weiter nachlässt. Und ich habe Anlass zu glauben, dass dies nicht nur bei mir der Fall ist. Die deutsche Blogosphäre hat stark nachgelassen, das dürfte weit mehr als ein diffuses Gefühl meinerseits sein.

Wie sieht die Zukunft aus?

Aber was kommt morgen? Wie geht es weiter? Kommt nach dem Mikroblogging das Nanoblogging? Verkürzen wir nicht nur unsere Kommunikation und unsere Links immer weiter, sondern auch unsere Ansprüche und Wünsche? Erleben wir nicht schon längst auch eine Kürzung der Qualität publizistischer Inhalte im Internet? Verkürzen wir nicht auch schon ein Stück weit unsere erst kürzlich erworbene Freiheit, selber publizistisch tätig zu werden?
Überlassen wir das Erstellen von nachhaltigen Inhalten wieder den schon lange etablierten Medien und nutzen die vergleichsweise neue Freiheit des Publizierens nur noch, um auf andere, oft professionelle Inhalte hinzuweisen? Ist die Lust am publizieren, der Lust auf Smalltalk gewichen?

Oder erleben wir eventuell bald ein grandioses Comeback der Blogs, ein Comeback der Auseinandersetzung mit dem Alltag und unserer Gesellschaft? Ein Comeback an der Lust des Publizierens? Ich weiß es nicht, aber ich finde die aktuelle Rückentwicklung der Blogs, an der ich auch selber aktiv teilnehme, eher traurig. Ich ärgere mich dabei in erster Linie über mich selber.

Vielleicht müssen wir akzeptieren, dass sich mal wieder etwas in der digitalen Welt verändert, so wie sich dort permanent etwas verändert. Zur Abwechslung diesmal allerdings nicht zum Guten. Finde ich.

Dies ist keine Anklage, sondern vielmehr eine Beobachtung, die ich zunächst bei mir und meinem Blogverhalten selber gemacht habe, und in der Folge bei vielen anderen Blogs beobachten konnte. Es mag sein, dass andere Beobachter zu einer völlig anderen Einschätzung kommen. Dies aber ist meine.

Über den Autor Alle Artikel Website

Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

15 CommentsHinterlasse einen Kommentar

  • Nun, ich bin nach 1,5 Jahren mittlerweile seit 4 Monaten raus aus Twitter- und seit 4 Monaten am Bloggen. Bei mir läuft´s (z.Zt.?) genau anders herum, auch wenn ich keine Super-langen-mega-fundierten Artikel schreibe, aber doch mehr als einen Extended-Tweet. Irgendwie die selben Interesse wie seinerzeit auf Twitter, aber halt etwas ausführlicher. Fußball läuft im TV (schaue ich sonst gerne) ,aber dieser Artikel für den Blog muss noch schnell zu Ende geschrieben werden. Schwupps, Spiel vorbei… Tatsächlich, mit Quittieren von Twitter hab ich mir viele Blogs notiert und festgestellt, da ich vorher nicht bloggte, huch, soooo viel geht da ja gar nicht, wie man meinen konnte, wenn man das Blog-Thema bis dato nur über Twitter “kannte”. Instant-Dialoge über Twitter, etwas versetzter (schönes Bsp. mit frühere PowerPoints als Emails) auf FB. Aber: Twittern und facebooken kann (fast) jeder- bloggen nicht. Vergleichend, sind mir gelegentliche Anteilnahmen am Blog x-mal lieber als die mehrfache Auf-die-Schulter-klopfende-Oberflächligkeit der Großzahl von Honks auf Twitter & Co.

  • @stadtkindFFM: Ich finde halt, man kann Blogs, FB und Twitter wunderbar miteinander verbinden, wenn das Blog im Vordergrund steht und man Twitter und FB als Empfehlungsplattformen begreift. Das wäre für mich der Idealfall, und das lief eine gewisse Zeit auch genau so.
    Leider haben FB und Twitter die Blogs aber zu einem guten Teil abgelöst, was eigentlich nicht logisch ist, da völlig andere Plattformen. Und das geht dann natürlich auf Kosten der Qualität.

  • Das mit den Backlinks ist einfach zu erklären: Die ganzen Linkempfehlungspost verlagern sich auf Twitter. Links, die ich früher gebloggt habe mit etwas Text drumrum, oder als Liste, schiebe ich heute in Twitter. Finde ich praktischer.
    Das müsste man in den Top-Listen berücksichtigen.

  • @crackpille: Ja, ist schon klar, dass die Links von Twitter und FB kommen, aber auch diese Tatsache ist doch schon ein Beleg dafür, dass weniger gebloggt wird. Das hast du ja selber beschrieben, indem du schreibst, dass du keine Linkempfehlungsposts mehr schreibst, sondern statt dessen Twitter dafür verwendest.

  • Ein ausgesprochen guter Artikel mit vielen interessanten Aussagen.
    Bei mir ist es so, dass ich vorwiegend themenbezogen blogge und gerade Themen verlangen Research. Jeder kann seine privaten Ansichten in Blogs kundtun, doch je mehr ein Blogger ins Detail recherchieren muss, desto weniger die Lust. Links zu anderen Blogs / Mediensites geben ist da wesentlich einfacher.

    Auch glaube ich, dass zuviele Blogger auf die schnellen Hits aus sind. Wer zeigt schon noch hohe Motivation, wenn vielleicht 5 Leute pro Tag den Blog lesen ?
    Kommentare sowie Hits sind mir persoenlich weniger wichtig, denn mir macht einfach der Research Spass und einmal egoistisch ausgedrueckt: Ich habe durch die Bloggerei viel dazugelernt. Vor allem bei meinen Interviews zum Research tolle Leute kennen gelernt.

  • Eigene Erfahrungen in dieser Hinsicht zu posten ist letzten Endes obsolet, aber ich tu’s trotzdem: mein kleiner (Nischen-)Blog exisitiert nun schon seit fast dreieinhalb Jahren und ich stelle bei mir keine Motivationsänderung zum Negativen fest, eher im Gegenteil. Andererseits habe ich auf Schwachsinnsquatsch wie Facebook und/oder Twitter schon immer einen großen Haufen Rosenkohl gesetzt.

    Mich juckt der Kram nicht, das sind unwichtige Zeitverbrennungsmaschinen. Außerdem sind mir da zu viele Menschen, virtuelle noch dazu. Virtuelle Menschen sind eigentlich ‘sLETZTE. Wer was anderes sagt, wirft einen Blick auf die Kommentare bei Youtube. Oder Spiegel Online.

    Was? Ich bin ja auch ein virtueller Mensch? Tja, da sitzen wir jetzt alle ganz schön in der Scheiße, was?

    Frohe Weihnachten.
    Flo

  • Schreiben ist euphorisierend, schreiben kann quälen, das klingt vielleicht pathetisch, aber für viele trifft es zu. Wer nicht gern an Texten bastelt, ist bei Diensten, die wenig Platz bieten und das Geschriebene mit einem Verfallsdatum versehen, besser aufgehoben. Für mich ist mein Blog eine “Schreib- und Recherchemaschine”: Es begleitet meine Arbeit an einer Auswahl von Themen, reizt mich dazu, mehr wissen zu wollen. Für jeden Text, den ich veröffentliche (oft nicht die, die mich selbst am meisten interessieren), landen drei, vier auf der Festplatte – Rohmaterial für spätere Verwendung. Facebook hat weniger mit persönlichen Vorlieben und Produktivität zu tun als mit sozialen Pflichten, die man täglich zu erfüllen hat – das kann sich zum Zwang entwickeln. Kommunikation kann stärken, sie kann einen aber auch schwächen, Letzteres ist bei dem sozialen Netzwerk, denke ich, der Fall.

  • [...] Am Krankenbett der Blogosphäre. Allein der Titel hätte gereicht, den Artikel von maingold im Rahmen des monatlichen Rückblickes zu erwähnen, aber auch der Inhalt ist alles andere als uninteressant. Von Blogs, die vor sich her dümpeln, die Rolle von Facebook und Twitter dabei, eigenen Inhalten und fremden Inhalten usw. Mein Versuch diesen Text schmackhaft zu machen, gelingt nicht ansatzweise, wie der Text es selber ist. Wäre der Begriff “Lesebefehl” nicht bereits so ausgelutscht wie “Premium” “Deluxe” oder “Exklusiv”, die heute schon 99-Cent-Pizzas beim Discounter schmücken, hätte ich ihn hier an dieser Stelle entsprechend seines ursprünglichen Sinnes eingesetzt. [...]

Hinterlasse eine Antwort

Your email address will not be published. Required fields are marked *