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Der Markt am Friedberger Platz im Frankfurter Nordend

Update:
Knapp 2 Jahre hat es gedauert, bis die Stadt Frankfurt auf die Situation am Friedberger Platz reagiert hat. Ab Juni 2011 wird der Markt am Friedberger Platz nun anstatt Freitags am Mittwoch stattfinden.
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Ich glaube die Menschen im Frankfurter Nordend haben nicht viele Traditionen. Welche sollten es auch sein? Sonntagnachmittag Eis essend die Untere Bergerstrasse entlang flanieren und die Tiere im Schaufenster des Zooladens neben dem Penny Markt beobachten? Wohl kaum.
Deshalb wohl haben sich die Bewohner des schönen Nordends vor einigen Jahren eine eigene, eine handfeste Tradition erschaffen. Freitagabend trifft man sich kollektiv auf dem Markt am Friedberger Platz um dort einige Gläser Wein oder einige Flaschen Bier zu trinken.
Was sich hier noch wie ein gemütlicher Ausklang der Woche anhört, ist in Wahrheit das Ballermann des Frankfurter Nordends. Denn zu dieser Freitagabendtradition gehört neben dem gemeinsamen Alkoholgenuss noch einiges mehr.

Die Besucher dieses Marktes, man sagt dies wären in erster Linie LOHAS, Neo-Alternative, Intellektuelle und überdurchschnittlich viele Wähler der Grünen, haben es sich vermutlich zur Aufgabe gemacht, den Friedberger Platz in möglichst kurzer Zeit in eine hässliche Müllhalde zu verwandeln. Diese Aufgabe meistern die Herschafften mit jeder Woche ein wenig besser. Einwegflaschen, Pfandflaschen, Kippen, Kronkorken, Korken, Plastikbecher, Papier und anderer Müll von vielen Hundert Menschen übersäen die kleine Rasenfläche samt Umgebung nach Ende des Marktes so, dass man sich eher auf einer Mülldeponie wähnt als auf einem öffentlichen Platz im ach so alternativen Frankfurter Nordend.
Aber das ist noch nicht alles. Eine weitere Tradition dieses Marktes scheint zu sein, dass man versucht die dort aufgestellten Dixie Toiletten möglichst häufig zu meiden und stattdessen in Hauseingänge, Vorgärten oder Mülltonnenplätze der umliegenden Häuser zu urinieren, was dazu führt, dass es an diesen Stellen teilweise wie in einer nicht geputzten Bahnhofstoilette riecht. Sind ja nur biologische Abfälle.
Unter dem Motto „Freitagabend versauen wir den Friedberger Platz und Samstag Vormittag kaufen wir im Ökosupermarkt ein“ wird hier etwas kaputt gemacht, was früher wirklich eine schöne Tradition des Frankfurter Nordends war. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dieser Markt unter den genannten Bedingungen nicht mehr lange stattfinden wird. Traurig wäre ich darüber nicht. Nicht mehr (Na gut, ein klein wenig schon).
Ich finde es gut, wenn man sich gemeinsame Plätze und Treffpunkte erschafft, aber diese sollten dann auch gepflegt und gut behandelt werden. Sonst sind sie ganz schnell wieder weg.

Wäre der Markt am Friedberger Platz eine Kneipe, dann hätte ein Großteil der Besucher schon längst Hausverbot. Kein Wirt lässt sich gerne die Kneipe zumüllen und hinter den Tresen pissen.

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1 Julian April 26, 2010 um 15:02

Sehr sehr guter Beitrag!
Mir ist das auch schon länger ein Dorn im Auge, die Idee an sich ist zwar wirklich gut, jedoch lässt das Verhalten dieser kultivierten Menschen zu wünschen übrig.

Es sind dann genau auch jene, die darüber meckern das Jugendliche mit ihren Saufeskapaden die Stadt verschmutzen und Bierflaschen herumwerfen, bzw. alles verdrecken.

Denke man sollte dort mehr Anstand aufbauen.
Das Mülleimer überfüllt sind, ist eine schlechte Ausreden, dann halt den diskomfort tragen und seinen Müll wieder mitnehmen.

So wie es bisher abläuft ist es zwar eine gute Idee, aber eine schlechte Ausführung, bzw. ein schlechtes Benehmen.

Denkt mal dran.

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2 Silke Mai 7, 2010 um 13:56

Kann hier nur beipflichten. es ist wirklich schlimm, was hier passiert und gedultet wird bzw. werden muss. Für mich als Anwohnerin hat sich der Markt zum echten Horror entwickelt. Zeitweise geben sich die pissenden Männer an der Hauswand gegenüber die Klinke in die Hand. Vor 2 Wochen wurde es richtig krass. Da spazierten die Leute einfach auf unser durch ein Tor abgegrenztes Gelände eindfach hinters Haus umd pinkelten an die Hauswand.
Schlimm ist, dass es absolut keine Unterstützung gibt. Das Ordnungsamt / Stadtpolizei unterbindet diese Treiben selbst bei mehrmaligen Anrufen nicht, die Polizei obwohl um die Ecke angesiedelt ist nicht zuständig und wenn man die ungebetenen Pinkler anspricht wird man beschimpft, ignoriert oder ausgelacht. Viele machen unter unseren Augen eifach weiter.
Einkaufen kann man ab 18 Uhr leider auch nicht mehr. Unangenehm und viel zu voll – man muss sich regelrecht zum Stand durchquälen (“ja entschuldigung ich will hier Käse kaufen und habe mir kein Sixpack mirgebracht….”).
Das Argument, der Markt trage sich nur durch die Party ist auch mehr als lächerlich. Ausser den Wein- und Fresständen profitiert doch keiner davon. Wer um 20 Uhr oder noch später kommt kauft keinen Fisch oder ein paar Tomaten.
Wie es danach dort aussieht ist auch eine Schande. Das ganze war mal eine nette Idee die leider Dank MTK, WI, HG, HU und sonstiger Besucher nichts mehr von einem netten Markt mit einem Glas Wein wie z.B. auf der Konstabler oder auf dem Berger Markt besitzt.

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3 Misterfatal Mai 16, 2011 um 16:13

So wahr. Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin nicht mehr hin, als die Yuppiequote einfach unerträglich wurde.

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4 nordendler Mai 16, 2011 um 19:14

..also leute mal ganz im ernst, habt ihr euch mal da umgekuckt, da sind zum größten teil Yuppies und gutverdienende Prolls! und da geht das mit dem platzverschmutzen doch schon viel besser auf…man muss isch ja nicht ins fäustschen lügen, nurum zu erkennen , dass es dort am freitag wirklich nur noch ganz bestimmten menschen gefällt, auch wenn ich mnachmal gerne drübergegangen bin oder mit ein freunden dort einen kleinen stop eingelegt habe. So ist das wenn irgendwas hyped…zumindest im nordend aka gentrifizierung abgeschlossen

in dem Sinne
ökologisch korrekte grüße
Mikee

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5 Marius Mai 16, 2011 um 19:41

Ja, das Publikum hat sich definitiv verändert. Mein Artikel stammt aus dem Jahr 2009, da waren noch völlig andere Besucher auf dem Friedberger Markt.
Damals war es größtenteils ein Markt für Nordendler und deren Freunde, auf dem man abends seine Nachbarn auf ein paar Bier getroffen hat.
Diese Zeiten sind schon länger vorbei.Die wenigsten Nordendler, mit denen ich gesprochen habe, haben noch Lust auf auf diesen “Markt” zu gehen.

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6 Brad Mai 20, 2011 um 17:20

…der Artikel ist in einem Punkt, nämlich der Veschmutzung des Ortes, richtig. Geht aber an der Realität vollkommen vorbei. Nicht die Öko-Nordendler, Intellektuellen etc. missbrauchen den Platz, sondern mittlerweile ausschliesslich Auswärtige. Zumindest hab ich lange keine Nordendler mehr dort gesehen, was daran liegt, dass auch ich seit letztem Jahr diesen Ort meide obschon ich eine Strasse weiter wohne und lediglich in schönen Erinnerungen eines “Picknicks auf grünem Rasen mit einme guten Glas Wein” schwelge. In 2 Wochen könnte das vielleicht ein Ende haben. Bin gespannt auf den Markt am Mittwoch bzw. ob am Freitag trotzdem Leute von ausserorts auftauchen werden. Viele wussten nciht einmal, dass es sich bei der “Party” am Friedbgerger Platz um einen richtigen “Markt” handelte….

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7 marius Mai 20, 2011 um 17:48

wie bereits einen Kommentar vorher erwähnt, und wie im übrigen auch am Datum ersichtlich, ist dieser Artikel aus dem Jahre 2009. Damals habe ich es so empfunden wie ich es aufgeschrieben habe.
Heute, na klar, ist die Situation eine völlig andere. Als gemütlicher Ort für Anwohner und Nordendler, die nach Feierabend mit Bekannten mal ein paar Biere trinken möchten, interessiert mich der Markt nicht mehr, da dies dort nicht mehr möglich ist.
Ich bin aber auch gespannt, wie es dort weiter geht.

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