Da ich schon ziemlich lange großer David Judson Clemmons (Fullbliss, Jud) Fan bin, habe ich mir vor einigen Tagen sein neues Album Cold White Earth als MP3 Download bei Amazon gekauft.
David selber schreibt über dieses Album, dass es ein extrem minimalistisches Album sei, das bei extremen Minustemperaturen in einem Kellerstudio in Berlin Kreuzberg aufgenommen wurde. Er beschreibt Cold White Earth als eine Sammlung von Songs für den kältesten, verregnetsten Tag, den man sich vorstellen kann.
Da ich jemand bin der musikalisch die Moll Töne bevorzugt, und dessen berüchtigte Mixtapes nur bei einer ärztlich attestierten Manie Verwendung finden dürfen, klingt diese Selbstbeschreibung ganz nach meinem Geschmack.
Und in der Tat ist Cold White Earth kein Album für eine lauschige Sommerparty, auf der sich komische Menschen in weißen Leinenhosen bunte Cocktailschirmchen aus Papier in die Haare stecken.
Cold White Earth ist vielmehr ein „Back to Earth“ Gesamtkunstwerk, das man schwermütig schweigend bei Dunkelheit genießt, das angenehm bleiern die Pulsfrequenz beruhigt, und das die Endorphine derjenigen zum hüpfen bringt, die wissen, dass die düsteren und nachdenklicheren Momente die eigentlichen Glücksmacher sind.
Musikalisch wärmendes Feuer entzündet David Judson Clemmons mit seiner beruhigenden Stimme immer dann, wenn akustische Gitarren auf Violinen treffen. Dass Cold White Earth in dieser Angelegenheit dauerhaft brennt, zeigt die Tatsache, dass David für seine Aufnahmen die sympathische Anne de Wolff für die Violinen- und Violaparts gewinnen konnte. Eine Kombination, die schon auf älteren David Judson Clemmons Alben, sowie auf einigen seiner Konzerte, zu einer bezaubernden Großartigkeit geführt hat.
Cold White Earth ist auch für David Judson Clemmons Verhältnisse ein minimalistisches Album, dass seine Schönheit nicht aus einzelnen Songs bezieht, sondern als intensives und düsteres Singer/Songwriter Gesamtkunstwerk verstanden werden möchte. Trotzdem stechen Songs wie The Haunt, You Died Again Today und das ganz, ganz wundervolle Parasites klar und deutlich aus diesem hervorragendem Album heraus.
Cold White Earth ist das schönste Album, das ich seit langer Zeit gehört habe.
David Judson Clemmons – The Gorge Below
David Judson Clemmons – The Gorge Below from Chris Corrado on Vimeo.


