Von den völlig falschen musikalischen Verhältnissen in den deutschen Medien

Ein Großteil des musikalischen Jahres wird von deutschen Medien darauf verwendet, einen Star zu finden. Wir suchen einen Popstar, einen Superstar, einen Star für den Eurovision Song Contest oder die Stimme von Deutschland.

Nach all den Jahren der intensiven Star Suche müssen wir jedoch feststellen, dass wir noch keinen Star gefunden haben. Nicht mal einen Halben.
Diese Tatsache führt jedoch nicht dazu, dass wir aufhören zu suchen. Im Gegenteil, sie führt dazu, dass wir immer mehr und noch aufwändiger danach suchen. Vielleicht finden wir diesen Star ja doch noch, vielleicht mit dem x-ten Castingformat.

Während Millionen um Millionen für die breit inszenierte Star Suche in Form von Castingshows investiert werden, wurden die wahren Nährboden für qualitativ hochwertige Musik der öffentlich-rechtlichen Medien systematisch gestrichen.
Wer sich heute die deutsche Radiolandschaft anschaut, muss leider feststellen, dass zum Teil mit öffentlichen Geldern ein Potpourrie aus höchstmöglich angepasstem und komprimiertem Brei in den deutschen Äther gesendet wird, der nicht nur schwer, sondern der überhaupt nicht mehr zu ertragen ist.

Durch diese Medien haben wir ein ungesundes Verhältnis zur Musik entwickelt.

Und so ist es auch kein Wunder, dass eine maximal durchschnittlich begabte Hau-Ruck Popband wie der Kraftklub plötzlich einen aus Puplicity Sicht hoch dotierten Werbeblock in den Tagesthemen der ARD bekommt.

Das soll man nun nicht falsch verstehen. Natürlich ist es für diese Band schön und von Vorteil, an solch prominenter Stelle vorgestellt zu werden. Und wenn die Tagesthemen jeden Abend 3 bis 4 Minuten darauf verwenden würde, bisher noch nicht durchgereichten Musikern eine solche Plattform zu bieten, wäre schon ein wichtiger Schritt getan, auch wenn die Tagesthemen in der ARD nun nicht gerade als anerkanntes Musikmagazin bekannt sind.
Aber dies ist eben nicht der Fall und aus diesem Grund darf man sich schon wundern, warum dies im Falle von Kraftklub überhaupt geschehen ist.

Unser Problem ist nicht die Abwesenheit von guten Musikern. Unser Problem sind die völlig verschobenen Verhältnisse in den Medien.

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  1. Pingback: Vergebliche Suche nach dem "Superstar" › QuerBlog

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