Stadt Frankfurt will Imbissbude „Hamburger am Turm“ schließen

by Marius on 7. Oktober 2009 · 0 comments

Es geht um die Wurst. Oder um den Burger. Aber auch Döner, Lahmacun und Pommes Frites sind gefährdet, denn die Stadt Frankfurt will die Imbissbude „Hamburger am Turm“ am Eschenheimer Tor, schräg gegenüber dem Kino Metropolis schließen lassen und verlangt von der Betreiberin Christine Diesy, den Betrieb bis Ende des Jahres einzustellen.
Der Grund für die geforderte Schließung dieser schon ewig existierenden Imbissbude lautet, man wolle die Wallanlage am Eschenheimer Tor von Fremdeinflüssen bereinigen und mehr Kunst aufstellen.
Kunst? Welche Kunst denn? Vielleicht die berühmte Skulptur vom hungrigen Nachtmenschen? Oder eher die Installation vom durstigen Kinogänger, der heimlich Getränke in die Vorstellung schmuggelt?

Frankfurt, die Stadt die ja so gerne Weltstadt wäre, aber in Wirklichkeit ein Dorf ist, bietet ohnehin kaum Möglichkeiten spät nachts noch etwas zu essen oder zu trinken. In Frankfurt werden die Bürgersteige schon am frühen Abend hochgeklappt. Und nun ist man für diese Stadt auch noch ein „Fremdeinfluss“ wenn man eine der wenigen Möglichkeiten der nächtlichen Nahrungsaufnahme nutzt? So nicht, liebe Stadt Frankfurt.
Und das Kunstargument in Zusammenhang mit Schließung der kleinen Imbissbude könnt ihr euch gerne an den Hut stecken. Denn das ist lächerlich. Sogar sehr.

Wo soll man denn hingehen, wenn man nach der Kinospätvorstellung noch eine Kleinigkeit essen möchte? Wo soll man sich denn sein Kinobier kaufen, wenn man dem Kino Metropolis nicht sein ganzes Geld in den Rachen werfen möchte? Wo bekommt man nachts um 2:00 Uhr noch etwas zu essen, nachdem man das Frankfurter Nachtleben bereichert hat?
Ich zumindest bin über eine gewisse Auswahl sehr froh. Nicht jeder Magen ist gerne mit Popcorn oder Nachos gefüllt, wenn er Kinofilme schaut. Es darf auch mal etwas anderes sein.

Ich kenne diese Imbissbude am Eschenheimer Tor schon seit meiner Jugend und das ist schon lange her, hier geht es also auch um eine Tradition. Davon abgesehen sprechen wir hier nicht von einer heruntergekommenen Ekelbude, sondern von einer gut besuchten und gut bewerteten Imbissbude. Auf solche Alternativen zu den großen Burgerketten sollte die Stadt Frankfurt eher stolz sein, anstatt sie durch fadenscheinige Argumente schließen lassen zu wollen.

Die Imbissbude „Hamburger am Turm“ und insbesondere ihr Standort haben keinerlei Nachteile. Es werden dort keine Anwohner gestört, es wird kein Autoverkehr gestört und es wird kein Landschaftsbild verschandelt. Aber man kann dort von Mittags bis sehr spät in die Nacht etwas essen, was offensichtlich von vielen hungrigen Menschen oft und gerne getan wird. Wird diese Imbissbude geschlossen, fällt auch ein Teil des Frankfurter Nachtlebens weg. Und das ist sowieso nicht besonders Artenreich.

Stadtpolitik sollte doch in erster Linie Politik FÜR die Bürger sein. Mit dem Vorhaben der Schließung dieser Imbissbude wird aber ganz eindeutig Politik gegen die eigenen Bürger gemacht. Wir verstehen es nicht, wenn so völlig ohne Not Entscheidungen gegen die Bürger getroffen werden. Und wir haben dafür keinerlei Verständnis.

Aus diesem Grund formt sich auch schon der Widerstand. Es gibt bereits eine eigene Facebookgruppe, die sich „Gegen die Schließung des besten, nächtlichen Imbisshauses in Frankfurt am Main!“ stellt. Diese Facebook Gruppe hat zum erscheinen dieses Artikel bereits 759 Mitglieder.
Seinen Protest kann man der Stadt Frankfurt übrigens auch per Twitter übermitteln, denn unter dem Twitteraccount @Stadt_FFM twittert die Stadt Frankfurt höchstpersönlich.
Protest kommt übrigens auch vom Satiremagazin Titanic, denn dort weiß man, dass man nachts um 2:00 Uhr beim Grünflächenamt keinen leckeren Chili-Cheeseburger bekommt.

Update:
Scheinbar hat sich etwas getan. Titanic rettet Brutzelbude.

Weitere Informationen:

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