Als erste Vorsichtsmaßnahme sollten Nutzer ihr Passwort umgehend ändern

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In sehr regelmäßigen, scheinbar immer kürzer werdenden Abständen, lesen wir in der Presse, dass einmal mehr irgendein bekannter Internet-Dienst angeblich Opfer eines Hackerangriffs wurde. Es seien Hunderttausende Bilder hier, oder ganze Datenbanken voller Zugangsdaten und Email-Adressen dort unrechtmäßig kopiert worden. Oft schließt sich diesen Meldungen dann noch die gut gemeinte Empfehlung an, man solle bei den erwähnten Diensten doch sicherheitshalber umgehend sein Passwort ändern. Und weil die Medien nur unser bestes wollen, geben sie uns innerhalb solcher Artikel oft noch Hinweise, wie man denn ein angeblich sichereres Passwort erzeugt, das man bei der nächsten Meldung über Hackerangriffe dann sicherheitshalber wieder ändern soll.

Ja, danke für die Tipps, aber ich muss eben noch diese Nachricht versenden. Gerade ist doch auch das neue Smartphone, das neue Tablet und das neue Betriebssystem veröffentlicht worden. Darüber muss ich mich jetzt erst mal informieren. Mein altes Handy ist immerhin schon 12 Monate alt und kann nichts mehr. Ach halt, da kommt gerade eine SMS. Neue Updates wurden auch gestern erst veröffentlicht, die muss ich erstmal installieren. Und dann soll ja auch Facebook etwas Neues eingeführt haben. Apropos Facebook, ich habe gerade eine neue Message bekommen, einen Augenblick. Haha, habt ihr gesehen, was der Kollege da eben gepostet hat, das muss ich erstmals teilen. Ein neues Social Network gibt es auch schon wieder, da muss ich mich erst mal anmelden, um mir meinen Usernamen zu sichern. Nicht auszudenken, wenn mir da jemand zuvor kommen würde. Warte, erst muss ich die Terminerinnerung bestätigen, sonst nervt sie mich dauernd. Und habt ihr schon dieses eine Video gesehen, über das gerade alle sprechen? Ich könnte mich weghauen. Oh, Moment, eine neue Mail.

So, wie war das jetzt mit dem neuen Password? Wenn ich das jetzt hier am Rechner ändere, dann muss ich das ja auch auf dem Smartphone und auf dem Tablet machen, voll nervig. Dann nehme ich am besten das Alte mit einer Zahl angehängt, sonst kann ich mir das doch nie merken. Hey, mein Tweet ist jetzt schon 23-mal geretweetet worden und ein anderer hat bereits 18 Favs, cool. Ach, was soll´s, mein Password wurde bestimmt nicht gehackt. Und selbst wenn, was soll irgendjemand schon mit meinen paar unwichtigen Daten anfangen? Und wieder fünf neue Follower, strike! Ich habe doch sowieso nichts zu verbergen und außerdem weiß ja niemand wer ich bin. Nacktfotos gibt es auch nicht von mir. Wer solche Bilder von sich irgendwo im Internet hoch lädt, ist ohnehin selber schuld. NSA und so, das wissen wir ja mittlerweile. Facebook ist voll cool, da kann man jetzt auch Sticker posten, aber ich bin trotzdem lieber auf Twitter. Naja, eigentlich mach ich beides. Und natürlich Snapchat und Instagram. Oh, ein neuer Match bei Tinder, ich muss jetzt gerade mal was schreiben. Vielleicht treffen wir uns ja später. Ausgerechnet jetzt ist mein Akku gleich leer, hat jemand ein Ladekabel dabei? Achso, wegen dem Passwort, ja das mache ich dann morgen. Wenn nichts dazwischen kommt.

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Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

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