MedienMittwoch: Livemusik Szene Frankfurt Rhein Main in der Diskussion

Gestern habe ich die MedienMittwoch Veranstaltung mit dem albernen Titel „Ich bin ein Star – Holt mich hier rein / Livemusik-Szene in Frankfurt Rhein Main“ besucht.
Bei dieser Podiumsdiskussion, die im relativ jungen Frankfurter Club „Das Bett“ stattfand, sollte die Problematik besprochen werden, dass viele Bands aus dem mittleren Rock und Pop Segment einen weiten Bogen um Frankfurt am Main als Veranstaltungsort machen.
Auf dem Podium saßen laut Ankündigung Frank Diedrich (Inhaber „Das Bett“), Detlef Kinsler (Musikjournalist Journal Frankfurt), Markus Gardian (Booking unter anderem Mousonturm), Ralf Scheffler (Geschäftsführer Batschkapp), Ionnis „Pana“ Panagopoulus (Tour Booking Wizard Promotions) und Dirk Eisermann (Booking Shooter Promotions).
Moderiert wurde das Panels von Christian Arndt (Pressesprecher Verband unabhängiger Musikunternehmen e.V. Mitte Regionalgruppe).

Ich als Frankfurter Musikinteressierter, der einige Jahre ein privat finanziertes Musik E-Zine betrieben hat, dass sich mit der Musikszene aus Frankfurt und Umgebung beschäftigte, bin mit der Erwartung auf diese Veranstaltung gegangen, dass dort die Probleme des Musikstandorts Frankfurt besprochen werden, und gleichzeitig an Lösungen gearbeitet wird. Denn Frankfurt hat so einige Probleme, was dieses Thema angeht.
Diese Probleme fangen bei der mangelnden Unterstützung für lokale Bands an, und enden noch lange nicht bei der mangelnden Promotion für weitaus bekanntere Bands, was nicht selten dazu führt, dass wirklich gute Musiker in halb leeren Clubs spielen müssen, wobei halb leer oft noch eine Untertreibung ist. Solche Bands überlegen es sich dann zukünftig zweimal, ob sie überhaupt nochmal einen Versuch in Frankfurt wagen sollen.
Auf dem Podium machte man sich zu diesem Thema jedoch wenig Gedanken. Im Prinzip sei doch alles in Ordnung, so wie es ist, war das vorweggenommene Fazit dieser ziemlich langweiligen und eher lustlos geführten Diskussionsrunde.
Gejammer über fehlendes Publikum wäre nicht angebracht, es würden genügend Superstars die Hallen in Frankfurt und angrenzenden Städten (Hanau, Offenbach) besuchen, so die Meinung auf dem Podium. Das mag zwar sein, aber mich interessierten in diesem Zusammenhang nicht die so genannten Superstars, und ich denke, dass es den zahlreich erschienenen Besuchern dieser Veranstaltung ähnlich ging.
Bei der Frage der Situation von noch etwas kleineren Bands, stellte man fest, dass Frankfurt eben keine Medienstadt wie Berlin, Hamburg, Köln und München wäre, man müsse eben akzeptieren, dass Booker ihre Bands eher in solchen Städten unterbringen möchten.
Wenn in Berlin 200 – 300 Menschen auf ein Konzert gehen, dann kommen in Frankfurt zum gleichen Konzert nur 100 Personen, so die Aussage. Warum das so ist? Darauf konnte niemand der Anwesenden eine plausible Antwort geben. Überhaupt waren sich alle an dieser Diskussion beteiligten relativ schnell schulterzuckend einig, dass man die Situation so hinnehmen müsse, wie sie nun mal ist. Verbesserungsvorschläge waren weitestgehend Fehlanzeige.

Auch stellte man in der Runde fest, dass Frankfurt eben keine eigenen Bands als Größe habe, die speziell unterstützt werden würden. Ein paar Frankfurter Musikgrößen aus vergangenen Jahren nannte man dennoch, wie zum Beispiel die Böhsen Onkelz, Moses Pelham und Sabrina Setlur. Traurig, dass die Anwesenden offensichtlich in weiter Vergangenheit leben, denn mit dem aktuellen Thema haben solche Relikte aus vergangenen Zeiten recht wenig zu tun und sind darüber hinaus wenig hilfreich. Einzig und alleine Moses Pelham ist in dieser Reihe noch erwähnenswert, weil er aus meiner Sicht schon immer jemand war, der nicht viel jammert, sondern einfach macht. Allerdings war der Hip Hop Bereich in Frankfurt schon immer verhältnismäßig erfolgreich. Von diesem Genre könnte der Pop und Rockbereich also noch einiges lernen, das sah man auf dem Podium ähnlich.

Warum Frankfurt aktuell nicht mit Bandgrößen aufwarten kann, war der Runde offensichtlich keine Diskussion wert. Für mich ist das ein ganz klares Versäumnis der Frankfurter Medien und Stadtmagazine, allen voran dem nicht nur in dieser Hinsicht behäbigen Journal Frankfurt.
Denn dass es durchaus gute Bands aus Frankfurt gibt, wurde zumindest von Frank Diedrich erwähnt, der Person auf dem Panel, die mit solchen Bands wohl derzeit am engsten in Kontakt steht und demenstprechend den besten Einblick in dieses Thema hat.

Beim Vergleich der Musikstandorte mit dem benachbarten Ausland wurde festgestellt, dass es in Deutschland 4 große Märkte geben würde, während zum Beispiel London, Paris und Amsterdam jeweils der einzige wichtige Markt aus den jeweiligen Ländern wäre. Besonders was England angeht, wage ich diese These zu bezweifeln, aber das ist auch völlig egal, da für diese Diskussion irrelevant.

Interessant war das Thema Mousonturm als Veranstaltungsort. Frank Diedrich meinte, dass der Mousonturm als von der Stadt Frankfurt betriebene Location sich lieber etwas zurückhalten sollte, was Konzertveranstaltungen angeht. Immerhin agiert der Mousonturm als direkte Konkurrenz zum „Das Bett“, ist aber ein von der Stadt Frankfurt subventionierter Veranstaltungsort, der es deshalb ungleich leichter hat, als die privat betriebenen Clubs.

Frank Diedrich könne für seine Veranstaltungen aus finanziellen Gründen nicht so viel Werbung in Form von Plakaten machen, wie der der Stadt Frankfurt gehörende Mousonturm. Auch Ralf Scheffler sagte zu diesem Thema, dass Rock und Pop keine städtische Förderung brauchen würde und sich die öffentliche Hand in Form der Stadt Frankfurt nicht in die Privatwirtschaft einmischen solle. Der Mousonturm scheint sich also durch die Stadt Frankfurt als Besitzer in einer sehr bequemen finanziellen Lage zu befinden, die die anderen Veranstaltungsorte dieser Größenordnung in ihrer Arbeit behindert.
Aus Sicht eines Veranstalters kann ich diese These seht gut nachempfinden. Als Konzertbesucher muss ich jedoch sagen, dass der Mousonturm in der Kombination Location und Lage der attraktivste Veranstaltungsort ist, den Frankfurt derzeit zu bieten hat. Wenn dies jedoch nur deshalb so ist, weil die Stadt Frankfurt diesen Ort subventioniert, und deshalb andere Clubs im Rennen um gute Bands ausgestochen werden, muss man sich in der Tat einige Gedanken darüber machen, ob man einen solchen Ort weiterhin unterstützen sollte.

Als negatives Beispiel dieser Art wurde auch mehrfach das Schauspiel Frankfurt genannt, das deutlich höhere Gagen an die dort auftretenden Bands zahlen würde, als dies die privat betriebenen Clubs tun könnten. Dies sei nicht in Ordnung.

Auch der künstlerische Standort Frankfurt am Main wurde kurz beleuchtet und als unattraktiv abgestempelt. Markus Gardian merkte an, dass Künstler aus Frankfurt weg ziehen würden, da sie hier keine Treffpunkte hätten und sich in Frankfurt ziemlich alleine fühlen würden. Ganz im Gegensatz zu Städten wie Berlin. Eine durchaus nachvollziehbare These. Wer Frankfurt kennt, weiß, dass hier solche Treffpunkte Mangelware sind.

Auch gäbe es in Frankfurt keine ausreichende mediale Unterstützung für Bands, wobei hier als Negativbeispiel der Hessische Rundfunk genannt wurde. Die Radioszene in Frankfurt wäre ein großes Problem, ganz im Gegensatz zu Städten wie beispielsweise Berlin, wo es mit Radio Fritz einen Sender gibt, der in dieser Hinsicht viel mehr Support leisten kann und leisten will. Auch das bei solchen Diskussionen immer wieder gern genannten Stadtradio „Radio X“, wäre hier keine Hilfe, da zu speziell. Das sehe ich genauso, Radio X war für mich in Sachen Musik noch nie eine Alternative.

Allerdings, und da sollte sich einmal mehr der einzige Pressevertreter dieser Runde, Detlef Kinsler vom Journal Frankfurt, an die eigenen Nase fassen, fehlt diese Unterstützung meiner Meinung nach auch in großen Teilen von eben diesem Stadtmagazin. Woher sollen die lokalen Stars kommen, wenn die lokale Presse sie weitestgehend ignoriert? Da kann Herr Kinsler noch so oft betonen, dass die Frankfurter Medien die eigenen Bands mehr unterstützen sollen, wenn sein eigenes Magazin dies nicht absolut vorbildlich tut, kann ich solche Forderungen leider nicht ernst nehmen.
Denn in Frankfurt ist die Situation für regionale Bands alles andere als gut. Solche Bands werden nicht ausreichend unterstützt und finden nicht genügend Auftrittsmöglichkeiten, was auch Frank Diedrich als Veranstalter kritisierte.

Der Moderator Christian Arndt merkte noch an, dass in Frankfurt das „Berlin Feeling“ fehlen würde. Während in Berlin einfach mal gemacht wird, überlegt man in Frankfurt, wie man damit Geld verdienen könne. Und damit hat er aus meiner Sicht absolut recht. Die Freiheit einfach mal etwas zu machen, etwas zu starten, fehlt ganz allgemein in Deutschland, mit Ausnahme der Stadt Berlin, wo es offensichtlich mehr Freiräume für solche Dinge gibt.

Insgesamt war diese Diskussionsrunde um dieses spannende und wichtige Thema eher etwas langweilig und behäbig. Keiner der Anwesenden konnte irgendwelche Fehler an sich selber erkennen, Verbesserungsvorschläge waren nur sehr allgemeiner Natur und betrafen selbstverständlich immer die anderen. Im Grunde genommen sei doch alles in Ordnung so wie es ist, war das gefühlte Fazit dieser Runde.

Für die Zukunft wünsche ich mir bei solchen Diskussionen weniger offensichtlich mit sich selber sehr zufriedene Journalisten und Veranstalter (Frank Diedrich sei an dieser Stelle außen vor gelassen), sondern vor allem auch engagierte Musiker, Macher und Szene Kenner, die existierende Probleme des Musikstandortes Frankfurt aus erster Hand kennen und ein wenig mehr Bewegung, Rock´n Roll und Dancing in eine solche, leicht einschläfernd wirkende Runde bringen können.

Ich habe erst kürzlich einen Artikel über das Journal Frankfurt geschrieben, in dem zum Teil auch die in dieser Runde besprochenen Probleme der Frankfurter Musikszene angesprochen wurden, nämlich die fehlende mediale Unterstützung lokaler Bands und Musiker durch das Stadtmagazin Journal Frankfurt. Wenn aber der Chefredakteur Nils Bremer in den Kommentaren zu diesem Artikel schon ankündigt, dass er darauf ausführlicher antworten werde, dies dann aber nicht tut, kann ich von seinem Musikredakteur wahrscheinlich auch nicht viel mehr zu diesem Thema erwarten. Das Thema Stadtmagazine hat sich für mich sowieso erledigt, da ist aus meiner Sicht außer Werbung und Kommerz ganz einfach nichts mehr zu erwarten.

Frankfurt, nicht nur als Musikstandort, wirkt auf mich derzeit behäbig und wenig innovativ. Die einzige positive Ausnahme ist in dem angesprochenen Bereich der Club „Das Bett“, wo diese Podiumsdiskussion stattfand. Dass dieser Club aber von seinem ursprünglichen Standort im Kneipenviertel Sachsenhausen regelrecht vertrieben wurde, und zudem dort gelinde gesagt nur wenig Unterstützung durch die Stadt Frankfurt erfahren hat, spricht eine dazu passende deutliche Sprache.

Trotz aller Kritik zum Thema geht an dieser Stelle ein großer Dank an die Veranstalter des Medienmittwochs, die regelmäßig interessante Vorträge und Podiumsdiskussionen zu unterschiedlichen Themen veranstalten und somit einen wertvollen Beitrag zur Förderung des Medienstandortes Frankfurt am Main leisten. Immer wieder gerne, wie man bei ebay sagen würde.

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Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

10 CommentsHinterlasse einen Kommentar

  • Das Thema ist wirklich traurig. Und viele in meinem Bekanntenkreis vermissen eine „Live“ Kultur in FfM. Das ist in der letzten Zeit auch vermehrt Thema auf Parties.
    Wobei mir persönlich „kleine“ Loctaions lieber sind. Durch Zufall sind wir letztens in Das Nord gegangen, wo eine Band spielte. Es haben sich alle über die Abwechslung gefreut.

    Ich denke auch Kneipen/Pubs oder ähnl. wären der richtige Platz für den Frankfurter Musiknachwuchs.

  • Marius, danke für diesen Bericht. Ich weiss allerdings nicht, ob DK als Empfänger der Kritik des mangelnden Supports der Richtige ist – auf fast jedem Konzert von (lokalen) Bands läuft er mir über den Weg, was vielleicht aber auch daran liegt, dass es da Geschmacks- und Fruendesüberschneidungen gibt. Was nun wiederum von diesen Besuchen letztlich den Weg ins Journal findet, weiss ich nicht, da ich es kaum noch lese.

  • Es reicht aber nicht, dass er dir auf fast jedem Konzert über den Weg läuft, denn das ist nur ein Teil seines Jobs. Wie oft wurdest du denn mit deinen Bands vom JF supportet, vorgestellt, porträtiert, interviewt, fotografiert, angekündigt, gefilmt, auf den JF Websites veröffentlicht, … ?

    Ob DK oder XY ist an dieser Stelle eigentlich auch völlig egal. Ihn habe ich deshalb genannt, weil er immerhin die Musikredaktion eines so gut wie konkurrenzlosen Stadtmagazins zu verantworten hat und außerdem innerhalb dieser Diskussion gesagt hat, dass die Medien lokale Bands mehr unterstützen müssten. Dann soll er doch einfach zeigen, wie das geht.
    Ich rede im Bezug auf das JF, das ich jetzt nicht übermäßig strapazieren möchte, auch gar nicht nur von deren Printmagazin. Sie haben auch einen Netzauftritt, auf dem man sehr, sehr, sehr viel mehr in diesem Bereich machen könnte. Vorschläge dazu hätte ich in Hülle und Fülle.
    Man muss es nur wollen. Und machen. Machen ist ganz wichtig, viel wichtiger als darüber zu diskutieren. Machen, machen, machen …

    • Damit habe ich schon losgelegt und bin immer noch dabei, sonst hättest du hier nicht kommentieren können.
      Allerdings arbeite ich weder für ein Magazin, betreibe keinen Club und bin auch kein Booker.

  • Sorry, ich behaupte jetzt einfach mal, dass Du nicht jede Ausgabe des Journals von vorne bis hinten liest, denn es finden auch über den Musikteil hinaus Frankfurter Musikthemen unter LEUTE und downtown statt und das regelmäßig. Alles und jeden kann ich natürlich nicht berücksichtigen. Und alles und jeden, der in der Stadt was macht, bekomme ich auch gar nicht mit. Aber da wäre es auch mal an den Musikern selbst, sich die Mühe zu machen, heraus zu finden, wer sind denn die potentielle Ansprechpartner im Medienbereich (in Frankfurt recht überschaubar) für mich, um diese dann auch kontakten. Stichwort Eigeninitiative. Denn die fehlt meiner Meinung nach in ganz ganz vielen fälle.
    Liebe Grüße
    Detlef

    • Ich bekomme das JF zwar noch regelmäßig per Post, aber du hast recht, ich lese es eigentlich so gut wie gar nicht mehr, da es mir nicht mehr gefällt.

      Wegen meines Artikels über das JF habe ich aber aus Recherchegründen mehrere Ausgaben der letzen Monate intensiv studiert. Es ist also nicht so, dass ich nicht weiß wovon ich hier schreiben.

      Ich habe es ja in dem besagten Artikel schon teilweise angesprochen, aber aus meiner Sicht macht ihr viel zu wenig in diesem Bereich. Ich habe nie gesagt, dass ihr gar nichts macht, aber ihr macht eben zu wenig.
      Ihr seid kein Musikmagazin, aber ihr seit ein Stadtmagazin mit einem selbst auferlegten hohen Anspruch, außerdem habt ihr eine Kategorie Musik in eurem Heft.

      Warum gehst du z.B. nicht für jede Ausgabe eine Frankfurter Band in ihrem Proberaum besuchen, interviewst sie und stellst sie vor? Gerne per Videointerview oder auch als Audiopodcast für eure Website, gleich noch mit Musik verlinkt, gerne auch mit Bildern, aber mindestens mal als Text im Magazin, oder auch abwechselnd, mal nur Web, mal Web und Print? Ich finde, dass ein Stadtmagazin so etwas tun MUSS.

      Wir haben gestern gehört, welche ein großes Business das Musikgeschäft doch ist, welche Gelder dahinter stecken, wir sprechen also hier nicht von einem Nischenthema für einige wenige Freaks.
      Immerhin geht ihr doch auch in jedes neu eröffnete Restaurant und schreibt darüber einen Artikel, warum also nicht über Musik, über Bands aus Frankfurt?

      Ein anderes Beispiel: Ein guter Musiker, sagen wir mal zum Beispiel David Judson Clemmons, kommt für einen Gig nach Frankfurt. Warum schreibt ihr auf euren Websites nicht einen Artikel darüber, präsentiert ihn ansprechend, bindet Videos und Audios ein? Vielleicht wären dann nämlich mehr als 5 Zuschauer gekommen, wenn sie gewusst hätten wer er ist, was er macht und dass er da ist.
      Genau solche Sachen, die Unterstützung durch die Medien hast du doch gestern selber auf dem Podium angesprochen. Du hast gesagt, dass da viel mehr passieren muss. Wer, wenn nicht ihr, sitzt dafür an der idealeren Position?

      Und klar, man kann jetzt wirklich nicht alles auf das JF abwälzen, das wäre auch ungerecht. In erster Linie braucht es mal eine starke Konkurrenz, das würde euch wahrscheinlich sehr gut tun und ein wenig frischen Wind in eure Angebote bringen. Aber solche eine Konkurrenz ist weit und breit nicht zu sehen, finde ich. Bis dahin ist das JF das Referenz Stadtmagazin, darf es auch gerne sein, soll aber seinen Job in diesem Bereich besser machen. Das ist meine Meinung.

      Du sprichst die mangelnde Eigeninitiative von Bands an. Das kann ich aktuell nicht beurteilen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass gerade durch Facebook und Konsorten wieder mehr Initiative von Bands an den Tag gelegt wird, ist ja auch alles ziemlich leicht geworden. Aber ich weiß was du damit meinst, Eigeninitiative ist sehr wichtig, da gebe ich dir recht. Trotzdem darf man sich als Journalist nicht hinsetzen und nur auf diese fehlende Eigeninitiative der anderen verweisen, aber das machst du ja auch nicht.

      Weil wir bei der Eigeninitiative sind: Ich kenne aber auch Musiker, die mir gesagt haben, dass sie schon mehrfach ihre Termine per Mail an euch gesendet haben, aber niemals im Veranstaltungskalender aufgetaucht sind. Da gab es also diese Eigeninitiative, leider ohne Ergebnis.

      Dies nur mal als kurze und ungeordnete Antwort auf deinen Kommentar.

  • danke für diesen artikel. ich war gestern auch im bett und kann dir in allen punkten zustimmen. da haben geschäftsleute miteinander gesprochen denen es sowieso egal ist was mit der frankfurter musikszene los ist, weil sie ihr geld nicht damit verdienen. das sind veranstalter denen nur wichtig ist was auf dem konto los ist. da brauchst du nicht weiter nach engagement für bands mit denen kein geld verdient wird zu suchen. kulturförderung kennen die nicht.

  • […] Marius am 10. März 2011 · Kein Kommentar Als ich mir gestern die Podiumsdiskussion zum Thema Live Musik Szene Frankfurt Rhein Main anhörte, sagte einer der Herrschafften (warum waren eigentlich keine Frauen auf dem Podium?), […]

  • Hallo,
    erst mal natürlich danke für den Artikel, und in vielen Dingen kann ich zustimmen, aber als erstes hakt es in Rhein-Main meiner Meinung nach daran, das viele Leute nur die Top Acts sehen wollen und bereit sind, dafür zu zahlen.
    Ich bin im Winter recht viel in kleinen und kleinsten Clubs und Kneipen unterwegs gewesen, um Live Musik zu hören und war immer wieder überrascht, wie gut die Qualität dabei ist, und auf was für Perlen man dabei trifft. Aber trotzdem spielen solche Bands dann eben vor 2-20 Zuschauern.
    Nicht, das es viele gäbe, denen das was ausmacht, oder das man ihnen anmerkt, das sie es sich anders vorstellen würden, aber es ist eben doch deprimierend, wenn man sieht, wie wenig die Zuschauer bereit sind, sich mal zu bewegen und in Rhein-Main die Orte aufzusuchen, wo eben Musik ist.

    Und das setzt sich dann, so sehe ich das, bei den Acts im mittleren Bereich fort, wo dann vielleicht das Problem ist, das die Leute nicht bereit sind, dafür zu bezahlen. Oder vielleicht sind sie auch hier wieder nicht bereit, etwas weitere Anfahrten in Kauf zu nehmen. (Und ich bin ÖPNV Nutzer ohne Auto!)

    Und wenn dann mal ein Top Act hier vorbei kommen will, dann überlegt doch jeder Veranstalter und auch das Management „Bekomme ich da auch sicher die Halle voll?“ Denn natürlich kosten solche Auftritte auch erst mal jede Menge und sind ein hohes unternehmerisches Risiko für die Veranstalter.

    Naja, soweit „my 2 cents“ und wie gesagt ich denke, die Probleme fangen unten an, also bei den Zuschauern/Fans.

    Grüße
    Matthias

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