Trixie Whitley im Gibson Club Frankfurt

Trixie Whitley Gibson Club FrankfurtEigentlich wollte Trixie Whitley schon im Juli vergangenen Jahres im Frankfurter Gibson Club spielen. Damals wurde ihr Konzert jedoch abgesagt und auf Frühjahr 2013 verschoben. Gestern, am 5.3.2013, war es dann soweit und Trixie Whitley holte ihr ausgefallenes Gastspiel im Frankfurter Gibson Club nach.

Im Nachhinein betrachtet war diese Konzertverschiebung um 8 Monate wahrscheinlich gar nicht so verkehrt. Immerhin veröffentlichte Trixie Whitley mit „Fourth Corner“ erst Ende Januar 2013 ihr erstes eigenes Solo Album und konnte zuvor lediglich auf drei EPs und das Black Dub Projekt mit Daniel Lanois verweisen. Die beste Tour ist immer diejenige, die das eigene aktuelle Album supportet und dazu hatte Trixie Whitley nun Gelegenheit.

Ohne andere Gigs von ihr besucht zu haben kann man wohl sagen, dass Trixie Whitley bei ihrem gestrigen Konzert im Frankfurter Gibson Club sicherlich nicht den allerbesten Tag ihrer derzeit laufenden Tour erwischte. Irgendein Korg Gerät funktionierte nicht, ein Gitarrenkabel war defekt, die zuständige Person für das Licht hörte nicht so richtig und auch die Nebelmaschine lief länger als gewünscht. Von diesen technischen Unzulänglichkeiten abgesehen, wirkte Trixie inklusive ihrer Stimme auf mich darüber hinaus etwas verhalten und ein klein wenig müde.

Aber Trixie Whitley ist eine außergewöhnliche Musikerin mit einer außergewöhnlichen Stimme und kann offenbar auch dann auf der Bühne überzeugen, wenn sich nicht den besten Tag erwischt. So kämpfte sie sich tapfer durch die ersten Songs und wurde sowohl mit sich, der Technik und ihren Songs immer wärmer. Der Höhepunkt des Auftritts war dann eine für ihre Verhältnisse brachiale Version von „I´d Rather Go Blind“, die leider nicht ausreichend vom dankbaren Publikum gewürdigt werden konnte, da dieses Stück nahtlos in einen anderen Song überging. Einen weiteren Höhepunkt setze Trixie mit „Breathe You In My Dreams“, einem Song, bei dem es eine extra Portion Trixie am Keyboard zu hören gab.

Obwohlt Trixie auch ohne Band und nur mit Gitarre eine sehr gute Figur abgibt, wie man am ersten Song des Abends sehen und hören konnte, bei dem sie zunächst noch alleine auf der Bühne stand, sei auch unbedingt noch Trixies sehr sympathische Band hervorgehoben. Besonders die beiden Männer an Bass und Keyboard/Gitarre haben mir persönlich an ihren Instrumenten sehr gut gefallen.

Filmen und Fotografieren

In der ersten Reihe, in der auch wir standen, hielten einige Menschen ihre Handykameras auf die Bühne und filmten und fotografierten was das Zeug hielt. Vor dem letzten Song thematisierte Trixie dieses Verhalten in einer kurzen Ansprache. Sie würde dieses filmen und youtuben natürlich respektieren, gab aber zu bedenken, dass man doch einfach den Augenblick intensiv genießen und im hier und jetzt leben sollte. Und irgendwie hat sie damit natürlich nicht unrecht. Ich habe dann trotz dieser Ansprache unten stehendes Video gefilmt und mich selber dabei erwischt, wie ich die ganze Zeit auf das kleine Handydisplay schaute, obwohl Trixie und ihre Band nur zwei Meter von mir entfernt standen und ihre Songs spielten. Es ist einerseits schön, eine kleine Erinnerung in Bild und Ton zu konservieren, andererseits nimmt dieses filmen etwas den Zauber des Moments eines Live Konzerts. Ein YouTube Video kann darüber hinaus niemals auch nur annähernd die Anwesenheit bei einem Konzert ersetzen.

Dennoch gilt natürlich nicht nur für Trixie, dass YouTube Videos von Konzerten und anderen Veranstaltungen ein nicht zu unterschätzender Motor in Sachen Promotion sind. Eventuell basiert sogar so manche Karriere ganz fundamental auf einiger solcher YouTube Videos. Dennoch verstehe ich sehr gut, was Trixie mit ihrer Ansage zu diesem Thema gemeint haben könnte.

Der Gibson Club

Für mich war das gestrige Konzert auch der erste Besuch im Gibson Club und auch wenn es in diesem Club musikalisch ansonsten nicht nach meinem Gusto zugeht, war ich von der Location ziemlich begeistert.
Zum einen ist die Lage dieses Clubs mitten auf der Zeil natürlich allererste Sahne, das wusste ich natürlich schon vorher. Aber auch innerhalb des Clubs, der in den umgebauten Räumen der früheren Zeil Kinos beheimatet ist, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Dieser Club ist mit seiner großen Bühne und der weitläufigen Innenarchitektur geradezu ideal für Konzerte der mittleren Größenordnung. Natürlich war das gestrige Konzert nicht ausverkauft und dementsprechend gab es genügend Platz für alle Besucher, aber auch bei volleren Konzerten könnte ich mir aufgrund der gut durchdachten Inneneinrichtung gut vorstellen, dass man im Gibson Club immer ein angenehmes Plätzchen findet, von dem man gut sehen und hören kann ohne sich allzu bedrängt fühlen zu müssen. Denn wenn ich eines auf Konzerten nicht leiden kann, dann ist es unerträgliche Enge bei der man sich kaum einen Zentimeter bewegen kann. Und das habe ich leider schon zu oft erlebt.

Darüber hinaus hatte ich den Eindruck, dass man im Gibson Club, was die Abläufe für die Besucher angeht, höchst professionell zu Werke geht. Einlass, Garderobe, Bar, alles funktionierte perfekt. Diese Professionalität erkauft man sich allerdings mit einem etwas höheren Preis, wie ich an der Bar feststellen konnte. Aber natürlich, die Lage, die sehr gut durchdachte Architektur und die vorhandene Technik dieses Clubs gibt es nicht zum Sonderpreis. Ich war auf jeden Fall positiv vom Gibson Club überrascht und würde dort jederzeit wieder ein Konzert besuchen. Aufgrund meiner musikalischen Vorlieben werde ich allerdings nicht sehr oft die Gelegenheit dazu haben.

Folgendes Video habe ich gestern vor der Bühne aufgenommen, viel Spaß mit „A Thousand Thieves“

Trixie Whitley – A Thousand Thieves (Gibson Club Frankfurt am Main)


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Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

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