Wow! So war das Savages Konzert im Zoom Frankfurt!

Wow! Welch ein fantastischer Gig! Mehr bleibt eigentlich nicht über den Savages Auftritt im Frankfurter Zoom zu schreiben. Aber vielleicht doch noch ein paar Worte mehr dazu, denn es werden ganz allgemein zu viele Konzerte angekündigt und es wird viel zu wenig über diese Konzerte geschrieben.

Meine Begeisterung für die Band Savages konnte man in den letzten Tagen bereits hier, und hier erahnen. Und mit jedem weiteren Durchgang ihres kürzlich veröffentlichten Albums „Silence Yourself“, aber ganz besonders mit jedem weiteren Live Video der Band, nahm meine Begeisterung zu. Selten habe ich mich in letzter Zeit so auf ein Konzert gefreut, denn ich wusste natürlich wie gut ihr Debütalbum ist und ich konnte erahnen, welch hervorragende Bühnenpräsenz die Band haben würde. Und in der Tat, Savages ist eine absolut fantastische Live Band.

Gestern, am Sonntag 19.Mai 2013, war es dann so weit. Der Himmel über Frankfurt war schwarz, draußen schüttete es in Strömen und dichter Nebel zog durch das Frankfurter Zoom, beste Voraussetzungen also für einen Black T-Shirt People Gig.

Den Anfang machte Johnny Hostile, der sowohl Produzent des Savages Debütalbums, als auch gemeinsam mit Jehnny Beth, der Sängerin von Savages, Mitgründer des Pop Noir Plattenlabels ist, auf dem auch das Savages Album veröffentlicht wurde. Und nicht nur das, Johnny und Jehnny, aka John und Jehn, aka Johnny Hostile und Jehnny Beth, aka Nicolas Congé und Camille Berthomier, wie die beiden mit bürgerlichen Namen heißen, sind auch gemeinsam das Duo John & Jehn, ein Lo-Fi / Indie Duo aus Frankreich. Aber dies nur nebenbei.

Alleine auf der Bühne feuerte Johnny Hostile allerhand Riffs, Drums und Effekte aus seiner Elektronikkiste ab, schrie, sang, sprang und verstand sich anstatt als Singer/Songwriter wahrscheinlich selber mehr als Musikkunst-Performance. Aber das war okay und passte ganz gut in die allgemeine Savages-Stimmung. Eine Prise Savages wehte aber auch im Vorprogramm schon von der Bühne, als Jehnny Beth, die Sängerin van Savages, gemeinsam mit Johnny Hostile den Song “The Pricks” spielte.

Nachdem Johnny Hostile sein Programm beendet hatte, dauerte es auch nicht mehr lange, und Savages kamen auf die Bühne. Viele Worte machten die vier Damen aus London nicht, starteten sofort mit „Shut Up“ und spielten in der Folge einen extrem intensiven, heißen und wahnsinnig faszinierenden Gig, der mich heute, einen Tag nach dem Konzert, immer noch schwer begeistert.

Nachdem ich mich einige Tage vor dem Konzert mit der Band Savages beschäftigt hatte, sehr oft ihr Album hörte, sehr viele Live Videos sah, ihre Songtexte sowie ihr Manifest las und Jehnny Beths Blog durchstöberte, hatte ich kurz die Befürchtung, die Band könnte etwas kompliziert und vielleicht sogar launisch sein. Und bei sehr komplizierten und launischen Bands kann es leicht vorkommen, dass Konzertbesucher diese Launen ausbaden müssen und die Konzerte darunter leiden. Aber diese Befürchtung zerstreute sich zum Glück sofort. Trotz ihres coolen und unnahbaren Auftretens spielten Savages ihren Gig mit absoluter Power und Hingabe und obwohl Jehnny Beth nicht viele Worte mit dem Publikum wechselte, war sie stets aufmerksam und vermittelte den Eindruck, als ob sie durch ihre Körpersprache und ihre Songs mit dem Publikum auf ihre eigene Art kommunizierte. Unentwegt marschierte Jehnny Beth auf der Stelle, ruderte und boxte mit ihren Armen und zeigte, dass Savages Songs auch eine sehr körperliche Angelegenheit sind. Trotz ihrer ständigen Bewegungen war ihr Gesang mindestens so gut wie auf dem Album.

Neben Jehnny Beths Performance war es auch fantastisch zu erleben, wie gut die Band aufeinander eingestellt ist, wie druckvoll die Rhythmusabteilung aus Fay Miltons energischen Drum- und Ayse Hassans kreativen Bassspiel funktioniert. Den Charakter und die Persönlichkeit aller Savages Songs gibt neben Jehnny Beths Gesang jedoch Gemma Thompson mit ihrer Gitarre vor. Oft hatte ich den Eindruck, als würden zwei Gitarren auf der Bühne zu hören sein, aber das war nicht der Fall. Gemma Thompson alleine spielte die charakteristischen Savages Riffs cool und locker aus dem Ärmel, kratze und schrubbte über ihre Gitarrensaiten, powerte dann wenn Power nötig war und erzeugte sphärische Soundteppiche, wie zum Beispiel bei dem Song „Waiting For A Sign“.

Die Highlights des Abends waren aus meiner Sicht die Songs “Shut Up”, „I am here“,“ She Will“ und „Husbands“. Sowie ganz besonders das wunderbar elegische Meisterwerk „Waiting For A Sign“, das The Cure sicher gerne für ihr Disintegration Album geschrieben hätten. Außerdem natürlich „Fuckers“, das letzte Stück des Abends, das sich im Übrigen nicht auf dem Album befindet und bei dem Jehnny Beth immer wieder mantra-artig die wichtige Formel „Don´t let the Fucker get you down“ skandierte.

Dann war nach einem sehr intensivem Set Schluss. Eine Zugabe gab es nicht, da bereits alles gesagt wurde und es wahrscheinlich besser ist, die Konzertbesucher mit dem Gefühl eines nahezu perfekten Abends zu entlassen.

Im Frankfurter Zoom passte gestern einfach alles. Der Sound war für Zoom Verhältnisse sehr gut, der Club einigermaßen gut besucht und auch die Stimmung war gut. Ich weiß nicht wie es anderen Konzertbesuchern ergangen ist, aber ich habe gestern ein sehr besonderes Konzert erlebt, an das ich mich mit Sicherheit noch sehr lange erinnern werde. Danke Savages!

Highlights:
Savages – Shut Up (Live on KEXP)

Savages – Husbands (Live on KEXP)

Waiting for a Sign (Savages – Waiting for a Sign – Live at Hoxton Bar & Kitchen)

Savages – She Will (Live on KEXP)

Fuckers (Savages – Fuckers (Live @ Electric Ballroom, London, 21.02.13))

Die komplette Setlist des Savages Gigs im Frankfurter Zoom:

Shut Up
City’s Full
I Am Here
Give Me a Gun
She Will
Strife
Waiting for a Sign
My Condition
No Face
Hit Me
Husbands
Fuckers

Über den Autor Alle Artikel Website

Marius Anatol

Hello, ich bin Marius Anatol aus Frankfurt am Main. Ich interessiere mich für Musik, IT, Medien, Politik und das Interweb. Du findest mich auch auf Google+, Twitter, Ello und Facebook.

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die markierten Felder müssen ausgefüllt werden *